Seenotrettung
Vorwurf, zu viele Menschen gerettet zu haben

Das Rettungsboot "Sea Watch 3" wird in einem Hafen in Sizilien festgehalten.
  • Das Rettungsboot "Sea Watch 3" wird in einem Hafen in Sizilien festgehalten.
  • Foto: Nick Jaussi / Sea watch
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Rettungsschiff im Hafen festgesetzt wegen angeblicher Mängel.

Das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ ist von den Behörden im sizilianischen Hafen Augusta festgesetzt worden. Das als Frachtschiff deklarierte und für eine 22-köpfige Besatzung ausgelegte Fahrzeug weise technische Unzulänglichkeiten und Sicherheitsmängel auf, so die italienische Küstenwache. Bis zu deren Behebung dürfe das Schiff den Hafen nicht verlassen. Der österreichische Theologe Jakob Frühmann, der der Besatzung angehört, teilt die Einschätzung des Betreibervereins „Sea-Watch“, es handle sich dabei um eine „politisch motivierte“ Kontrolle.

Die Besatzung der „Sea-Watch 3“ hat kürzlich die wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebene zweiwöchige Quarantäne beendet, ebenso wie auch die insgesamt 363 Ende Februar aus dem Mittelmeer geretteten Migranten nach dem Abwarten dieser Zeit an Land gehen konnten. Statt wie sonst üblich die Erlaubnis zur Weiterfahrt zu bekommen, kamen zwei Inspekteure, die einen Tag lang das Schiff penibel überprüften. Die sonst aus den Reihen der Küstenwache stammenden Kontrolleure seien laut Frühmann extra eingeflogen worden.

Am Ende der Prüfung sei ein Fahrverbot erteilt worden, und zwar teils wegen „Absurditäten“, wie Frühmann darlegte – „etwa, weil wir zu viele Rettungsmittel an Bord hätten“. Über manche Beanstandungen könne man aufgrund des Alters des Schiffes zwar streiten, die sonst für ein Verbot ausschlaggebenden „erheblichen Sicherheitsmängel“ habe es jedoch nicht gegeben; ebensowenig ein Nichterfüllen der Umweltauflagen, wie dies manche Medien „verzerrend“ berichtet hätten, so der derzeit dienstfrei gestellte burgenländische Religionslehrer.

Sea-Watch hatte zuvor auf Twitter erklärt, der Organisation werde „vorgeworfen, zu viele Menschen gerettet zu haben“. Bereits im Juli 2020 hatten italienische Behörden ein zeitweiliges Fahrverbot für die „Sea-Watch 3“ verhängt. Mit der erneuten Blockade habe man nicht gerechnet, sagte Frühmann. Schließlich habe erst kürzlich ein Gericht in Palermo geurteilt, dass politisch motivierte Kontrollen nicht rechtens seien.
KATHPRESS

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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