Weltkirche
Venezuela erschüttert

Auch zahlreiche Kirchen sind schwer beschädigt, darunter die Kirche des Priesterseminars in La Guaira, der bedeutendsten Hafenstadt Venezuelas. | Foto: Kirche in Not
  • Auch zahlreiche Kirchen sind schwer beschädigt, darunter die Kirche des Priesterseminars in La Guaira, der bedeutendsten Hafenstadt Venezuelas.
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Zehntausende Menschen stehen nach den Beben vor dem Nichts. Kirchliche Organisationen leisten Soforthilfe.

Zwei schwere Erdbeben haben am 24. und 25. Juni große Teile Venezuelas erschüttert und eine massive Zerstörung hinterlassen. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas und der Küstenstaat La Guaira. Die Behörden melden inzwischen rund 1450 Tote, mehr als 3000 Verletzte und über 50.000 Vermisste (Stand:
30. Juni). Hunderte Gebäude – darunter Schulen, kirchliche Einrichtungen und Ausbildungsstätten – sind eingestürzt. Viele Menschen haben keinen Strom, kein Wasser und keine sichere Unterkunft und verbringen die Nächte im Freien aus Angst vor weiteren Nachbeben. Rettungsteams suchen weiterhin fieberhaft nach Verschütteten.

In Österreich haben mehrere Hilfsorganisationen umgehend Nothilfemaßnahmen gestartet. Caritas Österreich, Diakonie, Don Bosco Mission Austria, Jugend Eine Welt, jesuitenweltweit und Kirche in Not rufen zu Spenden auf, um die Versorgung der Betroffenen in den ersten Tagen sicherzustellen. Die Mittel sollen für Notunterkünfte, Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische Hilfe eingesetzt werden. „Die Menschen in den betroffenen Regionen haben innerhalb weniger Minuten Angehörige, ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren“, so Caritas-Generalsekretär Andreas Knapp. Viele wüssten nicht, wo sie die kommende Nacht verbringen sollen. Jetzt brauche es schnelle internationale Solidarität, damit lebensrettende Hilfe rasch ankommt.
Die Diakonie spricht von einem Land, das bereits vor den Beben schwer belastet war. Viele Menschen seien traumatisiert und gleichzeitig dringend auf medizinische Versorgung, Lebensmittel und sauberes Wasser angewiesen. Marco Mencaglia von Kirche in Not erklärt, die Kirche öffne ihre Türen für jene, die alles verloren haben, und begleite Familien in der akuten Notlage.

Mehrere kirchliche Einrichtungen melden schwere Schäden. Die Salesianer Don Boscos berichten von zerstörten Schulen und Kirchen in den Vierteln Sarria, Altamira, La Dolorida und Mariches. Auch die Jesuiten erfassen das Ausmaß der Zerstörungen. Besonders betroffen ist die Schule Jesús Obrero in einem Armenviertel von Caracas. Kommunikationswege sind teilweise unterbrochen, viele Regionen weiterhin ohne Strom.

Jugend Eine Welt meldet erhebliche Schäden an Wohnhäusern und Infrastruktur. Familien, Kinder und Jugendliche seien besonders gefährdet. „Viele Menschen haben innerhalb weniger Sekunden alles verloren. Jetzt zählt jede Sekunde“, so Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Vorrangig gehe es um die Versorgung mit sauberem Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Notunterkünften. Die Hilfswerke stehen in engem Austausch mit Partnern vor Ort, um Unterstützung gezielt dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Quelle: Kathpress

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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