Ordensleben in der Steiermark | Teil 39
Unsere Schwestern sind das Herzfeuer

Kirche, Kloster und Krankenhaus (links) bilden bei den Elisabethinen eine Harmonie, seit über 300 Jahren.
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  • Kirche, Kloster und Krankenhaus (links) bilden bei den Elisabethinen eine Harmonie, seit über 300 Jahren.
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Mit sechs Betten, einer Anstaltsapotheke und drei Schwestern aus der Gegend von Aachen fing es 1690 in Graz an. Hinter diesem Werk, dass Elisabethinen nach Graz gekommen sind, „steht ein göttlicher Auftrag“, ist sich Mutter Generaloberin Bonaventura Holzmann gewiss. Sonst „hätten wir nicht so lang durchhalten können“. Die Ordensfrau bekräftigt: „Gott ist treu, und er steht zu uns.“ Für sie sei ganz klar, „dass wir eine gute Zukunft haben, nicht um unsretwillen, sondern für die Menschen“.

Gut 200 Betten sowie 40.000 Patienten und 6000 Operationen im Jahr zählt das Krankenhaus mit 360 „wertvollen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern heute. Den „Geist dieses Hauses“ tragen die 14 Schwestern in die Zukunft. Als „Herzfeuer“ seien sie spürbar, freut sich die Oberin. Gemeinsam mit Dr. Christian Lagger ist sie als Geschäftsführerin für das Krankenhaus verantwortlich. In einer Ordenssolidarität stehen die Elisabethinen von Graz, Linz und Wien jetzt den Zisterzienserinnen von Marienkron im Burgenland und ihrem Kneipp-Kurhaus zur Seite. In Graz sind die Dominikanerinnen auf das Areal der Elisabethinen übersiedelt und nehmen mit ihnen an Gebeten und Exerzitien teil.

Das „stete Hinhören in zwei Richtungen“ macht für Sr. Bonaventura (wörtlich: „gute Zukunft“) die an Franziskus ausgerichtete Spiritualität des Ordens aus. Wie Franz von Assisi und die Namenspatronin Elisabeth von Thüringen fragen die Elisabethinen: „Was brauchen die Menschen, und was will Gott von uns?“

Aus diesem Hinschauen „weiten sich die Aufgabenfelder der Elisabethinen“. Kranke Menschen werden im Akutkrankenhaus nach modernsten Standards versorgt. Die Frage „nach einem guten Leben im Alter“ erwähnt Mutter Bonaventura als „eine immer größer werdende Herausforderung“. Der dauerhafte Auftrag, „Menschen bis zu ihrem natürlichen Tod beizustehen“, ergebe sich auch aus dem Leben und Sterben der heiligen Elisabeth, ihres Vorbildes. „Sie starb mit 24 Jahren – aber was hat sie für ein Leben gelebt“, staunt die Generaloberin. Ohne Grenzen, „wo jeder menschliche Verstand ausgeschaltet zu sein scheint“, habe die Heilige Nächstenliebe gelebt. Einen Aussätzigen habe sie in ihr eigenes Bett gelegt, um ihn gut pflegen zu können. Elisabeth habe Menschen zu sich geholt, vor denen andere eine große Abscheu haben. Sie habe in ihnen Jesus Christus gesehen.

Die Elisabethinen haben in Graz nicht nur eine Palliativstation eingerichtet. Zusammen mit der Pfarre Graz-St. Leonhard und den VinziWerken lassen sie künftig ein Hospiz für Obdachlose entstehen. Als „Anwältinnen für das Leben“ unterstützen sie auch die Schwangerenberatung der Caritas oder Hilfswerke für Afrika und stellen Brot für den VinziBus zur Verfügung, der in Graz am Abend zu Plätzen für arme Menschen hinfährt.

Um Antworten ringen wollen die Elisabethinen bei der Frage, wie sie ihre „ursprüngliche Berufung mit leidenschaftlicher Liebe leben und erkennbar machen“. Bereichernd, spannend und erfüllend sei das Leben einer Frau, die wie Elisabeth und Franziskus ihre Lebenszeit armen und bedürftigen Menschen widmet. „Unkonventionelle Taten“ haben die Heiligen oft gesetzt. Sr. Bonaventura hat als Ordensfrau erfahren: „Es ist ein Weg des Suchens, ein Abenteuer, ein Stück Erfüllung.“

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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