Christenverfolgung
Trauriger Höchstwert

Der Weltverfolgungsindex des Hilfswerks „Open Doors“ ergab eine deutliche Verschärfung der Christenverfolgung weltweit.
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Die Christenverfolgung hat sich 2020 verschärft. Nordkorea führt die beschämende Rangliste an.

Das Hilfswerk für verfolgte Christen „Open Doors“ hat die neue „Rangliste“ der 50 Länder veröffentlicht, in denen es für Christen besonders gefährlich ist, ihren Glauben zu leben. Der Weltverfolgungsindex 2021 zeigt, dass sich die Intensität der Christenverfolgung im letzten Jahr deutlich verschärft hat.

„Erstmals in der Geschichte des Weltverfolgungsindex weisen alle 50 Länder nicht nur ein hohes, sondern ein sehr hohes oder extremes Ausmaß an Verfolgung auf – trauriger Höchstwert einer jahrelangen Entwicklung, der alle Bemühungen um Schutz und Hilfe für religiös Verfolgte kein Ende setzen konnten“, konstatiert Kurt Igler, Leiter von Open Doors Österreich.

Mehr Angriffe und Getötete

Die Schließung sowie Zerstörung von Kirchen und ihren Einrichtungen setzt sich in mehreren Ländern fort, besonders in China. Der religiöse Nationalismus in Ländern wie Indien und der Türkei droht alles kirchliche Leben zu ersticken. Die Anzahl der aufgrund ihres Glaubens getöteten Christen hat sich von 2983 im Vorjahr auf aktuell mindestens 4761 erhöht. Angriffe islamistischer Gruppen auf Christen und ihre Kirchen haben insbesondere in Westafrika und der Sahelregion stark zugenommen. Nordkorea steht aktuell und seit 20 Jahren auf Rang 1 des Weltverfolgungsindex. Dahinter folgen Afghanistan, Somalia, Libyen, Pakistan, Eritrea, Jemen, Iran, Nigeria, Indien, Irak und Syrien.

Die Covid-19-Pandemie verstärkte die bestehende strukturelle Verwundbarkeit von Christen und wirkte wie ein Katalysator für ihre prekäre Situation. Christen in vielen Ländern Asiens und Afrikas haben bei der Vergabe von Hilfen durch ihre Regierungen massive Benachteiligung erlebt. In Indien berichten 80 Prozent der mehr als 100.000 Christen, die durch regionale Open-Doors-Partner mit Nothilfe versorgt wurden, dass sie von staatlichen Lebensmittelverteilstellen weggeschickt worden waren. In mehreren Ländern wurde die Pandemie benutzt, um Christen zu beschuldigen, sie bzw. ihr „falscher“ Glaube seien die Ursache für die Krankheit.

Totale Überwachung
Das Regime in China (Weltverfolgungsindex 2021: Rang 17/2020: Rang 23) strebt die Kontrolle und Steuerung aller Bürger mittels eines „Social Scorings“ an. Christen stehen im Fokus, weil sie Jesus anbeten, was der Doktrin der Kommunistischen Partei zuwiderläuft. Kameras mit Gesichtserkennungssoftware in Gottesdiensten sind Vorschrift, Kindern und Jugendlichen ist die Teilnahme verboten. Kreuze und die biblischen Zehn Gebote müssen den Bildern von Xi Jinping und Propagandasprüchen der Partei weichen.

Pensionisten christlichen Glaubens wurden in mehreren Provinzen aufgefordert, Jesus abzusagen, wollten sie nicht staatliche Leistungen, also ihre Pension, verlieren. Die Version einer nach sozialistischen Kernwerten „berichtigten“ Bibel ist in Auftrag. Kirchen durften nach der Covid-19-Pandemie nur wieder öffnen, wenn sie den siegreichen Kampf der Regierung gegen das Virus rühmten. Unter Xi Jinping ist das Land seit 2018 von Rang 43 auf aktuell Rang 17 im Weltverfolgungsindex gestiegen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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