Weltkirche
Tragende Säulen
- Aktiv gegen Armut: Unter einer Autobahnbrücke züchten Frauen Gemüse in Säcken.
- Foto: KNA (2023)
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Frauen in Nigeria helfen den Vertriebenen im eigenen Land.
Angesichts der zunehmenden Gewalt im Nordwesten Nigerias hat die Caritas Nigeria die Regierung des Landes zur Ausrufung eines humanitären Notstands aufgefordert. Dadurch könnten Hilfsmaßnahmen nach dem Vorbild des seit Jahren geltenden Notstands im Nordosten des Landes rascher koordiniert und internationale Hilfsorganisationen stärker eingebunden werden, erklärte Jude Akwo von der Caritas Nigeria bei einem Fachseminar in Sokoto am 20. Juli. Ziel sei v. a. die Einrichtung geordneter Lager für Binnenvertriebene in den von bewaffneten Banden und dschihadistischen Gruppen am meisten betroffenen Regionen.
Mit etwa 243 Mio. EinwohnerInnen ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas und etwa elfmal so groß wie Österreich. Die meisten der knapp vier Mio. intern Vertriebenen leben in provisorischen Siedlungen ohne ausreichende Infrastruktur oder Schutz. Besonders Frauen und Kinder seien dadurch einem erhöhten Risiko von Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, warnte Akwo. Zugleich hob die Caritas die Rolle von Frauen bei der Bewältigung der Krise hervor. Entgegen dem verbreiteten Bild bloßer Opfer seien sie vielfach tragende Säulen ihrer Gemeinden. Sie organisierten Frühwarnsysteme, unterstützten Familien entführter Angehöriger, kümmerten sich um Überlebende, bauten lokale Hilfsnetzwerke auf und sammelten über Kreditgruppen Geld zur Unterstützung von Familien oder auch, um Lösegelder für Entführte aufzubringen.
Hauptursachen für die Fluchtbewegung im eigenen Land sind bewaffnete Überfälle und Entführungen, Konflikte zwischen Hirten und Bauern oder interkommunale Gewalt sowie dschihadistische Angriffe.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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