Weltkirche
Steirer-Spuren
- Mit neuen Techniken konnten Inschriften im Abendmahlssaal entziffert werden.
- Foto: Shai Halevi
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Moderne Methoden machen bislang verborgene Botschaften im Jerusalemer Abendmahlssaal sichtbar.
Im Coenaculum – dem berühmten Abendmahlssaal Jesu in Jerusalem – wurde ein Stück steirischer Geschichte sichtbar: Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) fand kürzlich ein eingraviertes Wappen der Familie Teuffenbach aus Murau.
Entstanden sein dürfte es im Jahr 1436, als Erzherzog Friedrich von Habsburg – später römischer Kaiser – mit rund 100 adeligen Österreichern ins Heilige Land pilgerte. Mit dabei: Tristram von Teuffenbach. Dass sein Wappen nun, fast 600 Jahre später, wieder sichtbar wird, ist moderner Forschung zu verdanken: Digitale Fotografie und multispektrale Analyse – also Aufnahmen mit verschiedenen Lichtwellenlängen – machen sichtbar, was das bloße Auge längst nicht mehr erkennt.
Im Saal wurden rund 40 „mittelalterliche Graffiti“ entdeckt, darunter eine Inschrift mit der arabischen, weiblichen Endung „-ya“. Laut der ÖAW handelt es sich dabei um das Graffito einer christlichen Pilgerin aus der syrischen Stadt Aleppo. „Ein seltenes Zeichen für die Präsenz von Frauen in der vormodernen Pilgerwelt.“ Eine andere Inschrift erinnert an den armenischen König Het’um II., der nach einer siegreichen Schlacht 1299 mit seinen Truppen in Jerusalem war. Auch das Wappen der Berner Patrizierfamilie von Rümlingen wurde als Kohlezeichnung dokumentiert.
Die Inschriften deuten auf ein vielfältiges Pilgerwesen im Mittelalter hin. Der Saal, von Kreuzrittern renoviert, zieht auch heute noch Pilger aus aller Welt an.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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