Kirche Steiermark
Rezepte gegen Resignation
Der Diözesanrat traf sich zur Herbstsitzung.
Mit viel Schwung startete die Herbstvollversammlung des Diözesanrates, ging es doch gleich zu Beginn um das Knüpfen eines Riesennetzes als Symbol für das kirchliche Netzwerk in der Diözese. Diesmal stellte sich die Region Murau/Murtal mit sieben Seelsorgeräumen, 63 Pfarren und rund 99.000 BewohnerInnen vor. Berichtet wurde über Licht und Schatten: Die Ehrenamtlichen werden immer älter und seien teils überfordert. Dazu kommen demografische Probleme wie Abwanderung, steigende Wohnungs- und Grundstückspreise und die höchste Suizidrate in Österreich. Dem gegenüber stehe ein großer Zusammenhalt bei den Menschen; sie seien der größte Schatz der Region. „Die Identifikation mit der Kirche ist noch immer gut“, so Christa Spiegel vom Seelsorgeraum Pölsental.
Vom schwindenden Demokratieverständnis, von mehr Menschen in Not und gleichzeitig weniger Möglichkeit zu helfen sprachen die steirische Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler und Sozialarbeiter Joe Eder. Dazu komme eine große Unsicherheit, die geprägt ist von Jobverlusten, Inflation, Budgetkürzungen und einer steigenden Aggressivität. Gleichzeitig orten beide enorme Solidarität – z. B. bei der Hochwasserhilfe oder Licht ins Dunkel. Die Caritas-Direktorin nannte ein Rezept gegen Resignation: in der unmittelbaren Umgebung, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz aufmerksam sein und so helfen, wie es möglich ist, damit anderen geholfen werden kann.
Gegenpol. Die Diözesanrätinnen und -räte waren sich einig, dass die Kirche der Gegenpol zu Angst, Isolation und Einsamkeit sei: durch viel Gutes, das in der Öffentlichkeit oft zu wenig sichtbar werde. Die Halbzeitreflexion des Diözesanrates fiel gut aus. Man habe noch genug zu tun. Schwerpunkte bleiben der Fokus auf Jugend, der Austausch mit Seelsorgeräumen, das Lernen von anderen durch Besprechen gelungener Projekte oder der zeitgemäße Umgang mit den Sakramenten. Bei allen Themen wünsche man sich mehr Austausch mit den Bischöfen.
Thomas Stanzer
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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