Kirche Steiermark
Pilgern mit Rückenwind

Ziel im Blick: Der Endpunkt der vier neuen Fahrrad-Routen durch die Hochsteiermark ist Mariazell – Österreichs bekanntester Wallfahrtsort mit seiner barocken Basilika, seit Jahrhunderten Ziel vieler Pilgerwege. | Foto: TV Hochsteiermark / Roman Königshofer
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  • Ziel im Blick: Der Endpunkt der vier neuen Fahrrad-Routen durch die Hochsteiermark ist Mariazell – Österreichs bekanntester Wallfahrtsort mit seiner barocken Basilika, seit Jahrhunderten Ziel vieler Pilgerwege.
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Radpilgern boomt – und bringt noch mehr Bewegung in eine jahrhundertealte Tradition. Vier neue Routen durch die Hochsteiermark zeigen, wie bereichernd Spiritualität auf zwei Rädern sein kann.

Radpilgern greift das klassische Pilgern auf – und bringt Schwung hinein. Man legt längere Strecken zurück, spürt den Fahrtwind, sieht die Landschaft vorbeiziehen und bleibt doch beim Wesentlichen: Schritt für Schritt, Tritt für Tritt – offen für das Geistliche.

Zwischen Hügeln und Weitblick
Die Hochsteiermark bietet eine Landschaft, die dafür wie geschaffen ist: die weichen Rücken des Mürztals, dunkle Waldstücke unter der Veitsch, klare Bäche und weite Ausblicke. Wer hier unterwegs ist, spürt sofort, wie gut Natur der Seele tut.
Entlang der Strecke liegen kleine Kirchen und Kapellen, stille Plätze, die zum Innehalten einladen. Ein paar Minuten auf einer Bank, ein Blick ins Tal, ein kurzes Gebet – mehr braucht es nicht, um sich neu auszurichten.

E‑Bikes als Motor der Entwicklung
Der Boom bei E‑Bikes hat den neuen Radpilgerwegen in der Hochsteiermark kräftigen Rückenwind gegeben. „Das Radfahren entwickelt sich in der gesamten Steiermark äußerst positiv. Die Nachfrage wächst kontinuierlich“, erklärt Steiermark Tourismus-Geschäftsführer Michael Feiertag. Die neuen Radpilgerwege würden „alle Höhepunkte der Region für eine neue Zielgruppe“ verbinden. Ute Gurdet, Geschäftsführerin der Erlebnisregion Hochsteiermark, spricht von einem „einmaligen Erlebnis“, bei dem man „die schönsten Gegenden der Hochsteiermark“ entdecke.

Entlang der neuen Radpilgerwege nach Mariazell  liegen Kirchen, Kapellen und Marterln als spirituelle Wegstationen. | Foto: TV Hochsteiermark / Roman Königshofer
  • Entlang der neuen Radpilgerwege nach Mariazell liegen Kirchen, Kapellen und Marterln als spirituelle Wegstationen.
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In Mariazell selbst beobachtet man den Trend schon länger. Superior P. Michael Staberl erklärt: „Für durchschnittliche Radfahrer waren die Berge nach Mariazell bislang oft zu anspruchsvoll, doch mit der elektrischen Unterstützung geht es für viele plötzlich.“ Dadurch kämen nun auch weniger sportliche RadlerInnen in den Wallfahrtsort – eine Entwicklung, die der Tourismus gezielt aufgreife. Denn unterstützt wird das kürzlich in Mürzzuschlag vorgestellte Projekt durch eine Infrastruktur, die Radpilgern einfach macht:
von Verleihstationen über digitale Tourenführung bis hin zu naturnahen Abschnitten und unkomplizierten Rückfahrmöglichkeiten.

Vier Wege, ein Ziel
Die vier neuen Radpilger-Routen verbinden bestehende Radwege wie den Murradweg, den Donauradweg oder den Mürztalradweg mit neuen Streckenabschnitten. Von Bruck an der Mur oder Kapfenberg geht es rund 80 Kilometer über den Seebergradweg, Turnau, die Scheiklalm und das Niederalpl hinauf Richtung Schöneben – knapp 1900 Höhenmeter, viel Weitblick.

Aus der Oststeiermark startet eine zweite Route bei der Pretul: über Langenwang, Krieglach, St. Barbara und den Pretalsattel schließt sie bei Turnau an die Hauptroute an und sammelt dabei rund 2100 Höhenmeter. Wer vom Semmering oder aus Mürzzuschlag aufbricht, folgt dem Mürztalradweg, passiert Mürzsteg, den Wasserfall „Totes Weib“ und Frein an der Mürz und erreicht über die Höhenreithalm die Schöneben – je nach Startpunkt 50 bis 65 Kilometer.

Aus dem Norden schließlich führt der Traisentalradweg über 112 Kilometer von Traismauer an der Donau über die Walster und den Hubertussee nach Mariazell. Die Touren sind als Zwei- bis Dreitagestouren gedacht – wer’s sportlich mag, schafft sie auch an einem Tag.
Überlaufene Wege brauche man nicht befürchten. Die Organisatoren stellen klar, dass das Projekt bewusst als Pilger-angebot und nicht als reine Sportinitiative konzipiert wurde. Vorgeschlagen wird, bedeutende Wallfahrtsorte wie Mariatrost, Maria Schutz oder Pöllauberg als Ausgangspunkte zu nehmen. Im Mittelpunkt stehe die „langsame Annäherung“ an Mariazell, verbunden mit Naturerlebnis, Besinnung und spirituellen Wegstationen.

Maria Wilbrink

Routen auf zwei Rädern
Vier ausgewählte Routen führen quer durch die Hochsteiermark – durch Täler, über Almen und Berge, vorbei an Ortschaften und stillen spirituellen Plätzen. Ob vom Steirischen Semmering, den Fischbacher Alpen, dem Murradweg oder dem Traisentalradweg kommend: Jede Strecke hat ihren eigenen Charakter. Gemeinsam haben sie ein Ziel: Mariazell. Insgesamt warten rund 250 Kilometer, 4800 Höhenmeter und Ausblicke auf Hochschwab, Rax und Hohe Veitsch.

◉ Mehr zu den Routen:
hochsteiermark.at/radpilgern

Ziel im Blick: Der Endpunkt der vier neuen Fahrrad-Routen durch die Hochsteiermark ist Mariazell – Österreichs bekanntester Wallfahrtsort mit seiner barocken Basilika, seit Jahrhunderten Ziel vieler Pilgerwege. | Foto: TV Hochsteiermark / Roman Königshofer
Entlang der neuen Radpilgerwege nach Mariazell  liegen Kirchen, Kapellen und Marterln als spirituelle Wegstationen. | Foto: TV Hochsteiermark / Roman Königshofer
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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