Weltkirche
Pfarr-Reformen wie?

Aufbruch gehört nicht nur bei einer Mariazell-Wallfahrt wie auf diesem Bild zum Leben der Kirche. Oft gilt es auch, zu neuen Wegen in derSeelsorge aufzubrechen.
  • Aufbruch gehört nicht nur bei einer Mariazell-Wallfahrt wie auf diesem Bild zum Leben der Kirche. Oft gilt es auch, zu neuen Wegen in derSeelsorge aufzubrechen.
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Ein Vatikan-Dokument befasst sich mit Vorgaben, die für pfarrliche Strukturreformen gelten.

Vor dem Hintergrund von Reformbestrebungen in vielen Diözesen hat der Vatikan die Ordnung von Pfarren und die Position von Pfarrern bekräftigt. Laut einer von der Kleruskongregation am 20. Juli veröffentlichten Instruktion können Laien „an der Ausübung der Hirtensorge“ in einer Pfarre „beteiligt“ werden. Auch der notwendigen Zusammenarbeit des Pfarrers mit geschultem Personal beispielsweise in Bereichen wie Vermögensverwaltung, Gemeindekatechese oder Caritas steht nichts im Wege. Die letztverantwortliche Gemeindeleitung aber bleibt immer beim Pfarrer. Für die Aufhebung oder Zusammenlegung von Pfarren verlangt das Schreiben, das sich gleichzeitig gegen eine „Klerikalisierung der Pastoral“ wendet, begründete Einzelfallentscheidungen von den Bischöfen.

Das auch auf Deutsch veröffentlichte und von Papst Franziskus gebilligte Dokument trägt den Titel „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“. Als Instruktion klärt es als eine Art Verwaltungsanweisung die Anwendung kirchenrechtlicher Normen.
Der derzeit in der Steiermark beschrittene Weg einer Strukturreform mit Seelsorgeräumen sieht auch die Beibehaltung der Pfarren innerhalb dieser Räume und einen Pfarrer als Seelsorgeraum-Leiter vor. Ihm stehen dann für das jeweilige Gebiet ein(e) Pastoral-verantwortliche(r) und ein(e) Verwaltungsverantwortliche(r) zur Seite, was auch im Einklang mit der neuen Instruktion steht. Bischof Wilhelm Krautwaschl findet das steirische Reformmodell durch die Instruktion in vielen Punkten bestätigt.

Die Vatikanische Instruktion betont ausdrücklich die Pfarre als Ort, um „durch die Verkündigung des Glaubens und die Spendung der Sakramente das Evangelium den Menschen zu bringen“ und die Bedeutung eines pastoralen Handelns, „das durch eine wirkliche und vitale Zusammenarbeit zwischen Priestern, Diakonen, Gottgeweihten (Ordensleuten) und Laien“ geprägt ist. Pfarre dürfe als Institution „nicht in der Unbeweglichkeit oder in einer Besorgnis erregenden pastoralen Monotonie gefangen“ bleiben, sondern müsse eine „missionarische Dynamik“ verwirklichen. „Wenn die Pfarre nicht die der Evangelisierung innewohnende spirituelle Dynamik lebt, läuft sie Gefahr, selbstbezogen zu werden und zu verkalken.“ Zudem solle die Pfarre alle erreichen und einschließen wollen und auf die Armen bedacht sein.

Ausdrücklich stärkt der Text Pfarrer, wenn es um die Frage von Herabstufungen oder Entpflichtungen bei der Errichtung größerer „pastoraler Einheiten“ geht. Die Wahrung ihrer Zukunftsperspektiven dürfe „nicht mit der Berufung auf unumgängliche Reformnotwendigkeiten oder gar mit dem Verweis auf den priesterlichen Gehorsam abgetan werden“, heißt es in einem Begleitschreiben von Andreas Ripa, dem Untersekretär der Kleruskongregation. Wegen ihres Hirtendienstes seien Pfarrer und andere Priester grundlegender Bezugspunkt der Pfarrgemeinde. Der Pfarrer diene aber der Pfarre und nicht umgekehrt sie ihm. Wenn Laien als Bezugspersonen in Pfarren eingesetzt werden, nehmen sie nicht den Titel oder die Funktion des Pfarrers ein. Die Instruktion wünscht, dass Strukturreformen „flexibel und behutsam“ durchgeführt werden.

Kathpress / H. Meßner

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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