Diözesanpartnerschaften
Partnerschaftlich unterwegs

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Den Tag der Diözesanpartnerschaften begeht unsere Diözese traditionell am zweiten Sonntag im Juni – heuer am 14. Juni. Dazu Stimmen aus den Partnerdiözesen in Korea und Brasilien und den beiden steirischen Partnerschafts-Arbeitskreisen.

Eine gesegnete Erfahrung
Uma experiência abençoada! – Eine gesegnete Erfahrung! Unsere Reise nach Österreich war weit mehr als nur das Kennenlernen der wunderschönen Landschaften und historischen Städte. Es war eine gesegnete Erfahrung, bei der wir viel gelernt haben. Während des Besuchs hatten wir die Gelegenheit, die Realität des Landes, soziale Projekte und das starke Engagement der österreichischen Gemeinschaft für Menschen, Tiere und Naturschutz kennenzulernen. Besonders auffällig war das Engagement für Lebensqualität, Bildung, Gesundheit und Sozialfürsorge. An vielen der besuchten Orte war zu erkennen, wie alle zusammenarbeiten, um Würde und Wohlergehen zu gewährleisten. Außerdem war ich beeindruckt vom Engagement für die Umwelt. Diese Erfahrung war für mich Anlass zu tiefem Nachdenken über Bürgerschaft, Respekt und gemeinschaftliches Engagement. Österreich kennenzulernen bedeutete zu verstehen, dass Entwicklung nicht nur an der Wirtschaft gemessen wird, sondern auch an Zusammenhalt, Glauben und Entschlossenheit – daran, wie ein Volk sich um Menschen, Tiere und die Umwelt kümmert und dabei seine Geschichte, Tradition und Mission wertschätzt.
Zenaide Almeide, Moderatorin beim Diözesanradio von Bom Jesus

Ganz anders sein
Stürmisch war das Wetter am 13. September 2024, als die Gäste aus unserer Partnerdiözese Bom Jesus da Lapa mit ihrem neuen Bischof Rubival in Wien landeten. Stürmisch waren die Umarmungen. Es wurden zehn Tage des Dialogs und der Lerngemeinschaft. Ein paar Erinnerungen: Nach der Festmesse in der Schutzengelkirche erlebten wir einen Bischof, der mit einer Pfarrverbandsrätin in der Kirche tanzte. Unsere FreundInnen aus Brasilien haben im Marienstüberl gekocht, das Augustinum besucht und wurden von der Grazer Bürgermeisterin empfangen. Sie waren fasziniert vom neuen Ressourcenpark der Abfallwirtschaft und schockiert, was bei uns in den Müll wandert. In Vorau erlebten sie eine Zeitzeugin, die vom Ende des Zweiten Weltkrieges in ihrer Heimat erzählte und zugleich waren sie erstaunt über den herrlichen Wald in der Oststeiermark. Europa haben sie sich ganz anders vorgestellt – nicht so schön. Wir sind bestärkt worden, bei allem, was wir in unserer Ortskirche denken und tun, zu wissen: Kirche kann auch ganz anders sein!
Pfarrer Wolfgang Schwarz

Wir sind nicht allein
Unser Besuch in der Partnerdiözese Bom Jesus da Lapa 2023 war für mich ein absolut prägendes Erlebnis. Nicht nur die abenteuerliche Anreise, sondern auch die Begegnung mit den Menschen habe ich als Bereicherung erlebt. Ich bekam interessante Einblicke in die brasilianische Feierkultur, die Pastoral, das Leben in einem Qilombo-Dorf und eine Schulbehörde. Aber es blieb nicht bei dieser einmaligen Begegnung. Der Gegenbesuch 2024 war von großer Wiedersehensfreude und freundschaftlichem Interesse geprägt. Was ich aus dieser Partnerschaft mitgenommen habe, ist der religiöse Brauch der Glücksarmbänder: Bei unserer jährlichen Maturawallfahrt werden ebenfalls Armbänder an die SchülerInnen verteilt – als Zeichen, dass sie nicht allein sind.
Eva Bacher, Fachinspektorin für den RU

Vergeltʼs Gott
Ich durfte im Rahmen dieser Partnerschaft im Februar 2022 nach Graz kommen und hier ein Jahr lang Deutsch lernen. Danach war ich bis August 2025 im Seelsorgeraum Schilcherland tätig und arbeite derzeit im Seelsorgeraum Gleisdorf.
Ich bin sehr stolz auf den katholischen Glauben Koreas, der durch den Eifer der Laien und das Zeugnis der Märtyrer gewachsen ist. Gleichzeitig erfüllt es mich mit großer Bewunderung, hier die über 800-jährige Geschichte der Diözese Graz-Seckau zu erleben, die tief im Leben der Menschen verwurzelt ist. Diese Geschichte, die über viele Jahrhunderte hinweg gemeinsam mit der Geschichte und Kultur der Steiermark gewachsen ist, sowie die je eigenen liturgischen Traditionen der einzelnen Regionen und Glaubensausdrücke wie „Vergelt’s Gott“ und „Grüß Gott“ kennenzulernen, ist für mich ein großer Segen.
Kaplan Stephan Taeho Kim

Weil uns viel verbindet
Als ich 1991 beim Welthaus Diözese Graz-Seckau anfing, wurde die Diözesanpartnerschaft mit Masan ein wichtiger Teil meiner Arbeit. 2006 war mein erster Besuch in Masan. Markus Choi und Michael Pak waren großartige Reisebegleiter – sie gewährten uns besondere Einblicke in ihre Heimat und halfen uns sehr durch die Übersetzungen. Wir konnten Projekte besuchen, die im Laufe der Jahre durch die Partnerschaft unterstützt wurden.
Der Höhepunkt war der Festgottesdienst in einem Sportstadion. So manche Delegation – oftmals von der Caritas – konnten wir auch in der Steiermark willkommen heißen. Die Partnerschaft ist für mich deshalb so wertvoll, weil uns trotz der Unterschiedlichkeiten (Kultur, Tradition, Hierarchie) in der Gemeinschaft der katholischen Kirche so viel verbindet.
Karin Mauser, Welthaus

Kirche ist mehr
Durch meine Besuche in der Diözese Masan konnte ich Freunde im Glauben gewinnen, die mir den Blick für die Weltkirche geöffnet haben. Wir gehören im Glauben zusammen! Mich fasziniert besonders die Geschichte der Kirche in Korea, aufgebaut auf dem Glaubensblut der Märtyrer, zuerst getragen von Laien.
Man lernt voneinander, besucht einander und staunt über die sehr unterschiedliche Kultur. Wir tragen einander im Gebet und wachsen im gegenseitigen Respekt. Besonders wertvoll ist, dass beide Seiten beschenkt werden – durch neue Perspektiven, gelebte Gastfreundschaft und das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums. So wird sichtbar, dass Kirche mehr ist als eine lokale Gemeinschaft: Sie verbindet Menschen weltweit in Hoffnung, Glaube und Liebe. Für diese Erfahrungen: Danke – Gamsahamnida – 감사합니다.
Christian Brunnthaler, Leiter des AK Masan


Bom Jesus da Lapa

Brasilien

▶ Die Diözese Bom Jesus da Lapa in Bahia (im Folgenden kurz: Bom Jesus) wurde 1962 gegründet. Auf einer Fläche von 56.300 km² ist sie (im Vergleich: die Steiermark umfasst ca. 16.000 km²) in 15 Pfarreien unterteilt. 78,1 % der Gesamtbevölkerung der Diözese ist katholisch (Stand 2024).

▶ Beim 800-Jahr-Jubiläum der Diözese Graz-Seckau im Jahr 2018 wurde die Diözesanpartnerschaft mit Bom Jesus ins
Leben gerufen. Der damalige Bischof João Santos Cardoso feierte die große Jubiläumsmesse im Grazer Stadtpark mit.

▶ Mit fünf Bereichen aus der Diözese Bom Jesus steht unsere Diözese in engerem Austausch: Katholische Jugend, Umweltpastoral, Priesterseminaristen, Religionsunterricht und Laienapostolat.

▶ Der Austausch findet einerseits durch Besuche vor Ort statt: 2019 waren Padre Heber Pedroso und Leandra Bastos zu Gast in Graz und Elisabeth Fritzl drei Monate in Brasilien. In der Pandemie kamen Online-Treffen auf. 2023 besuchte eine steirische Delegation die brasilianische Partnerdiözese. 2024 folgte der Gegenbesuch in der Steiermark. Einige TeilnehmerInnen an den gegenseitigen Besuchen berichten auf dieser Doppelseite von ihren Erlebnissen.

Masan

Südkorea

▶ Die Diözese Masan in Südkorea wurde 1966 gegründet. Auf einer Fläche von 9054 km² ist die Diözese in 73 Pfarren und 54 Missionsstationen unterteilt. 7,2 % der Gesamtbevölkerung der Diözese ist katholisch (Stand 2021).

▶ Im Jahr 1971 gründeten die Diözesen Masan und Graz-Seckau unter Bischof Johann Weber und Bischof Chang Byeong Hwa Josef diese Diözesanpartnerschaft.
Msgr. Josef Platzer und Seelsorgehelferin Maria Heißenberger haben sich viele Jahre der Partnerschaft gewidmet.

▶ In Masan wurden das alte bischöfliche Ordinariat, das jetzt als Kulturzentrum genutzt wird, sowie ein Frauenbewegungs- und ein Bildungshaus durch die Diözesanpartnerschaft ermöglicht.

▶ Von 1976 bis 2018 lebten insgesamt 20 Seminaristen der Diözese Masan im Grazer Priesterseminar und studierten an der Karl-Franzens-Universität. Seit 2000 wurden acht Priester entsandt, um die Seelsorge in Graz-Seckau zu unterstützen.

Gottesdienst für beide Diözesanpartnerschaften: So., 14. Juni, 9.30 Uhr, Pfarrkirche Gleisdorf. Der Messe wird Kaplan Joseph Tinomon vorstehen.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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