Demenz
Kunstwerke von A bis Z

Ausgeglichen. Hermine Pucher begleitet alte Menschen. Das Malen und die Musik sind ihre „Herzensöffner“. Die Ausstellung (am Foto das Bild „Ausgeglichen“) in der Ganggalerie im Haus der Stille ist noch bis 13. Jänner 2022 zu sehen.
  • Ausgeglichen. Hermine Pucher begleitet alte Menschen. Das Malen und die Musik sind ihre „Herzensöffner“. Die Ausstellung (am Foto das Bild „Ausgeglichen“) in der Ganggalerie im Haus der Stille ist noch bis 13. Jänner 2022 zu sehen.
  • Foto: Waltersdorfer
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Haus der Stille. Ausstellung zum Thema Demenz.

In die Woche der Demenz fiel die Eröffnung der aktuellen Ausstellung „Kunstwerke von
A – Z“ im Haus der Stille in Heiligenkreuz am Waasen. Ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen ist das Anliegen von Hermine Pucher, deren Name über der Ausstellung steht. Die eigentlichen Künstlerinnen und Künstler aber sind Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenparks Oberaich im Alter von 71 bis 95 Jahren haben unter ihrer Anleitung diese Bilder und Collagen geschaffen.
Erinnerungen an freudige und heitere Lebenserfahrungen, aber auch Schweres und Bedrückendes fließt aus dem Unterbewusstsein in die Bilder ein, so wie z. B. beim Bild „Ausgeglichen“. Oft schon hatte die alte Dame bei den Besuchen von Hermine Pucher ihre Trauer über den Verlust ihrer Heimat zur Sprache gebracht, bis Frau Pucher sie einlud zu malen. Unter einer erdigen musikalischen Begleitung flossen Depressionen, Wut und Trauer in das Bild, und sie wiederholte immer wieder, das sei „ihre Wiese, ihr Acker, ihr Hang, ihr Wald“. Plötzlich sprach sie mitten in diese Wortmelodie das Wort „ausgeglichen“ und walzte, klebte und sang die Worte weiter, bis das Bild fertig war. Ihre Bewegungen wurden gemächlicher, ihr Gesichtsausdruck friedlicher, ihr Lächeln strahlte zurück ins Bild. Seit diesem Bild war aus ihrem Mund nie wieder Trauer über ihre Heimat zu hören.
So steckt hinter jedem einzelnen Bild von „Ausgeglichen“ bis „Zeitreise“ eine ganz persönliche Lebensgeschichte. Viele der Hintergründe, die den Zugang zu diesen Bildern erst erschließen, sind in einem Begleitheft festgehalten, das bei der Ausstellung aufliegt.
Hermine Pucher aus Turnau hat 26 Jahre lang als Kindergärtnerin gearbeitet, bis ihr Lebensweg sie zur beruflichen und ehrenamtlichen Begleitung von alten Menschen führte.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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