Kirche Steiermark
KulturInklusiv – Unterwegs in Graz
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Wahrnehmung schärfen – Barrieren abbauen – Demokratie stärken.
Einen inklusiven kulturellen Stadtspaziergang der besonderen Art – unterteilt in eine Tanzwerkstatt, eine Museumsführung und einen Theaterworkshop – durften 21 hochmotivierte TeilnehmerInnen am letzten heißen Junisonntag in Graz erleben. Ziel des vom Netzwerk KulturInklusiv in Kooperation mit dem GrazMuseum, dem Museum Salon Stolz, dem Verein Selbstbestimmt leben Steiermark, der Theaterakademie von LebensGroß und dem Bildungsforum bei den Minoriten, durchgeführten Spazierganges war es, Kulturerlebnisse für alle Menschen, mit und ohne Behinderung, zugänglich zu machen.
Tanzwerkstatt. Im professionell von Angelika Holzer, Musik- und Tanzpädagogin von KulturInklusiv, angeleiteten tanzpädagogischen Setting des Salon Stolz führten die Teilnehmenden die ihnen in diesem Augenblick in den Sinn kommenden Bewegungen aus, die von den anderen Gruppenmitgliedern kopiert und schließlich neu zusammen gesetzt wurden. Hierdurch entstand eine gemeinsame Performance, ermöglicht durch gute Beobachtung, Konzentration auf den eigenen und den Körper des Anderen und Freude an der Begegnung.
GrazMuseum. Mit dem neuen Erfahrungsschatz „im Rucksack“ bewegte sich die Gruppe weiter ins GrazMuseum, wo Angela Fink, Kuratorin der aktuellen Ausstellung „Demokratie heast!“, auf die Notwendigkeiten demokratischer Beteiligung aufmerksam machte: „Wir leben Demokratie täglich – in unseren Organisationen, in Vereinen, am Arbeitsplatz, in Schulen und in der Familie. Doch was braucht es, um Demokratie auch in Zukunft lebendig zu gestalten? Inwieweit gerät Demokratie durch unser Handeln in Bewegung, und wie können wir ein gutes Leben für alle Menschen ermöglichen?“
Mit diesen Fragen fasste Fink die Intention der Ausstellung „Demokratie heast!“ zusammen, während sich die Teilnehmenden mit wesentlichen Grundbedingungen von Demokratiefähigkeit auseinandersetzten und die weiterhin notwendige Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung betonten. Diesbezüglich sei es nicht selten wichtig, „nachhaltig lästig zu sein“, so Matthias Grasser, Inklusionsbotschafter von Sturm Graz und Vorsitzender des Steiermärkischen Monitoringausschusses für Menschen mit Behinderung.
Theaterworkshop. Dass Demokratie nur lebendig ist und weiter sein wird, wenn wir uns aufeinander zubewegen und in Bewegung bleiben, erfuhr die Gruppe in einem Theaterworkshop von LebensGroß. Die Übungen, angeleitet von Menschen mit und ohne Behinderung, ließen den Kopf frei werden und ermöglichten den nötigen gestalterischen Erfahrungsraum, um Neues in Gang zusetzen. Es zeigte sich, dass das gegenseitige Sich-Anschauen, die Wertschätzung der Talente jeder/jedes Einzelnen und das Sich-Einlassen auf Unbekanntes Voraussetzung sind, um eine gemeinsame Balance zu finden.
Kathrin Karloff
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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