Weizer Pfingstvision
König weiß, ob in Weiz ein neues Pfingsten war

Im Steinbruch bei Anger, manchmal nach einer verregneten Wanderung von Weiz her, erlebten Jugendliche und Erwachsene pfingstliche Hochstimmung.
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  • Im Steinbruch bei Anger, manchmal nach einer verregneten Wanderung von Weiz her, erlebten Jugendliche und Erwachsene pfingstliche Hochstimmung.
  • Foto: Pfingstvision
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Seit 30 Jahren zieht Fery Berger die Fäden für die Weizer Pfingstvision. Hat sie noch einen Traum?
Fery Berger lacht: „Fragen Sie den lieben König im Himmel!“ Der König ist der Kardinal Franz König. Er hatte bei einem der legendären Pfingsttreffen in Weiz an Papst Johannes XXIII. erinnert, der sich vom Konzil „ein neues Pfingsten“ erwartet habe. So predigte der Kardinal: „So ähnlich antworte ich, wenn ihr mich fragt, warum ich heute nach Weiz gekommen bin: Ich erwarte mir von eurem Weizer Treffen ein neues Pfingsten.“

Es sind 30 Jahre her, seit der zündende Funke (die Pfingstflamme) in Weiz einschlug. Mit dem damaligen Jugendseelsorger Hans Schrei führte die Katholische Jugend Steiermark das Musical „Wir haben einen Traum“ auf, am 15. und 21. Mai 1989, denn auf einmal hätten die begeisterten Jugendlichen im Steinbruch bei Anger unweit von Weiz nicht Platz gehabt. Martin Luther King war das Thema, und das Motiv vom Traum blieb durchgehend.
Etwa im Sieben-Jahres-Rhythmus haben sich bei Pfingsten in Weiz nächste konkrete Schritte gezeigt wie „Solidarregion“ und „Way of Hope“ mit der Flüchtlingsbetreuung. „Das Thema der nächsten Sieben-Jahres-Periode werde ich heuer am Pfingstsonntag am Schluss des Gottesdienstes bekanntgeben“, verrät Fery Berger im Sonntagsblatt-Gespräch.
„Wenn etwas organisch wächst, kann es nicht immer jugendlich bleiben“, kommentiert Berger das Wegbleiben der Jugendströme vom Pfingstereignis, auch wenn am Pfingstsonntag die Basilika voll sei. „Mein Gott, würde es das jetzt noch geben“, denken ehemalige Jugendliche wehmütig zurück. „Elitär“ will Fery Berger die „Pfingstvision“ nicht nennen, auch wenn sie sich mit Politik, Wissenschaft und zeitgenössischer Kunst auseinandersetze. „Die Jünger waren auch auserwählt“, wehrt er sich gegen das negativ Klingende im Wort „elitär“.
Der Übertitel „Pfingstvision“ entstand 1995, als die Weizer, vor allem mit dem Pastoraltheologen Paul Michael Zulehner im Hintergrund, zeitgleich mit dem Kirchenvolks-Begehren ihre zehn Punkte für einen Aufbruch der Kirche – in Papst Franziskus sehen sie ihn nahe – formulierten. Bischof Johann Weber und Kardinal König waren die ersten Unterzeichner.
Einer der nächsten großen Meilensteine, der „Spirituelle Weg“, wird am 11. Mai neu eröffnet, mit Stammgast Schriftstellerin An-drea Sailer, die als Jugendliche schon vor 30 Jahren teilgenommen hatte. Künstlerisch hat vor allem Walter Kratner die heutige Welt in die Pfingstvision eingebracht. Neben vier Musicals und der jugendlich beschwingten Musik sorgte Alois J. Hochstrasser für den klassischen Kontrapunkt.
Johann A. Bauer

Nach viel Stress jetzt Erntezeit
„Mein Lebenswerk oder so ähnlich“ sei seit 30 Jahren die Pfingstvision, erwägt Pastoralassis­tent Fery Berger, den Bischof Egon Kapellari dafür freigestellt hatte. Viel Stress sei natürlich damit verbunden gewesen. Jetzt habe er das Gefühl, er könne die „Früchte einfahren“, die Sachen kommen Schritt für Schritt daher.

Autor:

Ingrid Hohl aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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