Kirche Steiermark
Klima.Zukunft.Steiermark
- Kathrin Karloff (l.) und Daniela Felber (r.) moderierten das Gespräch mit Helga Kromp-Kolb (2. v. l) und Brandoberkommissär Andreas Schmuck (3. v. l) im Minoritenzentrum in Graz.
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„Klima.Zukunft.Steiermark. – Einsatz für mehr Lebensqualität“
Vortrag von Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb und anschliße & Talk mit Andreas Schmuck von der Berufsfeuerwehr Graz
Mit der stetig ansteigenden Zahl von extremen Wetterereignissen werde zukünftig „das Unerwartete sehr viel wahrscheinlicher“, so Österreichs führende Klimaforscherin HELGA KROMP-KOLB bei der gemeinsam vom Bildungsforum bei den Minoriten und der Katholischen Stadtkirche Graz durchgeführten Veranstaltung „Klima.Zukunft.Steiermark. – Einsatz für mehr Lebensqualität“ am 5. Februar im voll besetzten Arkadensaal des Minoritenzentrums. „Die Dringlichkeit, JETZT zu handeln, ist jedoch noch nicht verstanden worden“, kritisierte die Wissenschaftlerin des Jahres 2005 und Autorin des 2023 herausgegebenen, viel beachteten Buches „Für Pessimismus ist es zu spät. Wir sind Teil der Lösung.“
In ihrer Begrüßung betonte Kathrin Karloff, Pädagogische Leiterin des Bildungsforums bei den Minoriten, dass trotz des zehnjährigen Jubiläums des Pariser Klimaabkommens und des hiermit zusammenhängenden bemerkenswerten Schulterschlusses von 195 Staaten eklatante globale Rückschritte in Sachen Klimaschutz festzustellen seien. „Daher brauchen wir eine neue universale Solidarität“, ergänzte Daniela Felber, Referentin für Schöpfungsverantwortung der Katholischen Stadtkirche Graz: „Es bedarf der Talente und des Engagements aller, um den durch Missbrauch an der Schöpfung Gottes angerichteten Schaden wieder gutzumachen“, wie es Papst Franziskus in seiner, ebenfalls vor gut zehn Jahren veröffentlichten, Umwelt- und Sozialenzyklika „Laudato Si“ forderte (LS14).
Auf diesem Appell beruhte das Ziel der Veranstaltung, die neben dem Vortrag von Helga Kromp-Kolb eine Gesprächsrunde mit Andreas Schmuck, Oberkommissär der Berufsfeuerwehr Graz, umfasste: „Wir bringen heute Abend Wissenschaft, Einsatzpraxis und nicht zuletzt unser aller Lebenserfahrung zusammen, um von unterschiedlichem Engagement zu berichten und daraus Motivation für unser weiteres Tun zu finden“, so Felber.
Die sich nicht nur mit dem Klimawandel, sondern auch mit dem notwendigen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft sich befassende Helga Kromp-Kolb warnte davor, dass sich, bei einer erwartbaren Erwärmung von 2,6 bis 3,7 Grad Celsius, eklatante Probleme wie hohe Niederschlagsmengen, Dürrezeiten oder ein starker Rückgang der Getreideproduktion in der Steiermark verschärfen würden. „Daher ist nicht nur eine Volltransformation unserer Art des Wirtschaftens, wie es Angela Merkel schon einst erkannte, unumgänglich, sondern auch des Denkens!“, betonte die Gründerin des Zentrums für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit in Wien.
Entscheidend sei, dass diese Transformation sowohl die wechselseitige Beeinflussung von Nachhaltigkeit und Frieden als auch ein neues Verständnis von Lebensqualität, nicht als käufliches Konsumgut, sondern als innere Zufriedenheit, mit berücksichtige. Um diese innere Zufriedenheit zu erlangen, sei es u.a. wesentlich, „nicht unbedingt dazugehören zu müssen“ und auch den „persönlichen Handabdruck dadurch zu stärken, dass ich andere Menschen in ihrem Tun unterstütze, Leserbriefe zur Durchsetzung von Klimaschutzmaßnahmen schreibe oder mich bei NGOs engagiere“, so Kromp-Kolb. Ziel müsse es sein, „das Notwendige möglich zu machen!“
Inwieweit „notwendige Veränderung Zusammenwirken bedeutet“, brachte schließlich Oberkommissär Andreas Schmuck der Berufsfeuerwehr Graz im Talk auf den Punkt. Detailliert schilderte er die aus den steirischen Katastropheneinsätzen gewonnenen Erfahrungen und die bereits erfolgten Veränderungen des Systems und der Aufgaben der Feuerwehren. „Wir sind gerüstet auf das, was kommt“, fasste er abschließend zusammen. Zugleich forderte Schmuck Ent- und Geschlossenheit bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen: „Veränderung ist Zusammenwirken. Es braucht eine breite Solidarität, um das Notwendige möglich zu machen.“
Den bewegenden Fragen und Anmerkungen der zahlreichen Teilnehmenden stellten sich Helga Kromp-Kolb und Andreas Schmuck auch noch lange nach Veranstaltungsende und machten deutlich: Der gemeinsame Wissens- und Erfahrungsaustausch ist ein wesentlicher Faktor unserer Lebensqualität und zugleich unabdingbare Voraussetzung für zukünftige Krisenbewältigung.
Kathrin Karloff
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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