Kirche Steiermak
Jung und gläubig

Die Jugend glaubt nach wie vor. Aber sie lebt den Glauben anders. Die Katholische Jugend Steiermark lud ins Grazer Café Global zum Gespräch. | Foto: KKS
  • Die Jugend glaubt nach wie vor. Aber sie lebt den Glauben anders. Die Katholische Jugend Steiermark lud ins Grazer Café Global zum Gespräch.
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Der Glaube boomt – speziell im digitalen Raum.

Zu einer spannenden Diskussion lud die Katholische Jugend Steiermark am 11. Juni ins Café Global in der Grazer Leechgasse. Thema war der Glaube in der „Generation Z“, also bei jenen, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden. Ein Glaube, der sich, so die Diskutierenden, zwischen Social Media und echter Begegnung bewege, während das klassische Pfarrleben kaum eine Rolle spiele. „Die Jugend interessiert sich für den Glauben, aber ohne Kirchlichkeit. Die zeigt sich in punktuellen Ereignissen wie der Firmung“, so Weihbischof Johannes Freitag. Die liturgische Versorgung, auf welche die meisten Pfarren setzen, greife also zu kurz.
Religionswissenschafterin Nicole Bauer unterstrich das. Die stark krisengeprüfte „Gen Z“ ist mit digitalen Medien aufgewachsen. Eine Folge davon ist ein Boom von Religion im digitalen Raum. Das erfordere jedoch kritische Reflexion, um Manipulationen zu erkennen. Weihbischof Freitag rät dabei zu einer Gewissenserforschung: „Tut das Gehörte mir gut und ist es von Liebe getragen?“

Als weiterer Podiumsgast war Schwester Ida Vorel eingeladen – ihr folgen 50.000 Menschen auf der digitalen Plattform „TikTok“. Ihre Überzeugung: Guter Content bestehe aus eigenen Erlebnissen und Gedanken und nie aus Vorschriften. „Es gibt so viele Dampfplauderer, etwa Leute, die sagen, sie haben nie Zweifel an Gott. Dabei gehören Zweifel zum Glauben dazu“, so die Franziskanerin, die trotz ihres erfolgreichen Online-Auftritts überzeugt ist, dass das echte Leben mehr zählt.

Für Jugendseelsorger Lukas Weißensteiner decken „Christfluencer“, wie christliche Influencer genannt werden, eine Lücke ab, die die Kirche nicht ausreichend zu füllen vermag: „Sie behandeln Fragen, die sich Jugendliche stellen.“ Auch er warnt vor falschen ProphetInnen im Netz.

Um den Anschluss nicht zu verlieren, denkt Weihbischof Freitag an eine Transformation der Kirche: „Haben wir regelmäßig Sonntagsangebote für die Generation Z? Wir brauchen neue Orte, wo junge Menschen andocken können und nicht nur Liturgieversorgung.“ Was Jahrzehnte ausgereicht hat, ist längst nicht mehr genug. Heute gehe es um Events einerseits und spirituelle Tiefe andererseits.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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