Kirche Österreich
Hoffnung kultivieren
- Bei der Österreichischen Pastoral-tagung 2025 sprach unter anderen die Digitalisierungs-Expertin Ingrid Brodnig über einen guten Umgang mit sozialen Medien, gerade in politisch erhitzten Zeiten.
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Dem „Auftrag Zukunft“ widmeten sich rund 300 Teilnehmende bei der Österreichischen Pastoraltagung 2025 in Salzburg.
Besorgt, aber doch energisch und überzeugt. So skizzierte Katharina Renner vom Vorstandsteam der Katholischen Aktion Österreich die Stimmung bei der Österreichischen Pastoraltagung 2025. Unter der Überschrift „Auftrag Zukunft“ trafen sich rund 300 Teilnehmende von 9. bis 11. Jänner im Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg, um darüber zu diskutieren, „welchen Beitrag ChristInnen und die Kirche für eine demokratische Gesellschaft leisten können und sollen“, so die Direktorin des Österreichischen Pastoral-
instituts, Gabriele Eder-Cakl.
Die Philosophin Lisz Hirn übte Kritik am Erfolg rechter Rhetorik, die Ängste instrumentalisiere. Sie warnte jedoch davor, Misstrauen pauschal zu verteufeln: „Eine gesunde Demokratie braucht beides: Vertrauen, das Wahlen ermöglicht, und Misstrauen, das Machtmissbrauch vorbeugt.“
Die Digitalisierungs-Expertin Ingrid Brodnig sprach über die Kommunikation in politisch erhitzten Zeiten: „Wir müssen lernen, unsere Emotionen zu hinterfragen, insbesondere wenn wir wütend werden.“ Faktenchecks, ein kritischer Internet-Konsum und mehr Bewusstsein für gezielt verbreitete Entrüstung könnten Mechanismen sozialer Medien aufzeigen.
Die Juristin und frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Irmgard Griss, beleuchtete die Enttäuschung vieler über das Versagen politischer Eliten. „Die Kränkung darüber, dass Demokratie nicht alle gleich behandelt, ist eine treibende Kraft hinter dem Populismus“, sagte sie.
Ein politisches Christentum müsse sich nationalistischen Tendenzen entgegenstellen und für eine offene Gesellschaft eintreten, appellierte der deutsche Theologe Ansgar Kreutzer. Als kraftvolle Symbole nannte er interreligiöse Gebete sowie die Wiederbelebung der „Politischen Nachtgebete“, die in den 60ern vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs entstanden waren.
Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion zur Klimakrise war die Stimmung allem zum Trotz hoffnungsvoll: Angesichts der wissenschaftlich belegten Realität gelte es aus christlicher Motivation, Diskussionsräume zu schaffen und Hoffnung zu kultivieren, statt sich von Angst und Sorge, schlechten Nachrichten oder politischen und wirtschaftlichen Mächten lähmen zu lassen.
Quelle: Kathpress
Pastoraltagung
Die Österreichische Pastoraltagung gibt es seit 1931. Jeweils zu Jahresbeginn von der Österreichischen Pastoralkommission und dem Österreichischen Pastoralinstitut (ÖPI) organisiert, ist sie die größte Seelsorge-
Fachtagung des Landes. Ausgehend von aktuellen seelsorglichen Themen werden Grundsatzüberlegungen und praktische Impulse für die Pastoral entwickelt. Die nächste Pastoraltagung widmet sich von 8. bis 10. Jänner 2026 der Vulnerabilität bzw. Verletzbarkeit.
Mehr: pastoral.at/pastoraltagung
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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