Mensch/Priester - Pfarrer Erich Kobilka
Hab’ keine Angst, dass dein Leben unerfüllt wäre!

Nie einsam sei er gewesen, berichtet Pfarrer Erich Kobilka, hier mit Erstkommunionkindern in der Ramsau.
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Vom „Dechant Kobilka“ reden die Enns­taler. Monsignore Erich Kobilka war 30 Jahre Dechant im Oberen Ennstal. Er lebt als aktiver Pfarrer in Kulm in der Ramsau.

In Stubenberg gab es noch keinen See, als Erich Kobilka 1955 dort Kaplan wurde. Um mit 23 Jahren als jüngster Priester der Steiermark geweiht zu werden, hatte er für die fehlenden elf Monate eine Ausnahmegenehmigung gebraucht. Die Messe wurde lateinisch „gelesen“, auch als Kobilka dann Kaplan in Edelsbach bei Feldbach und in Irdning wurde.

Schladming sei „ein bisschen gefürchtet“ gewesen, „weil da die Evangelischen so stark sind“. Trotzdem bewarb sich Kobilka, wurde im Herbst 1962 der jüngste Pfarrer der Steiermark, und einen Monat später eröffnete Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil. Heute möchte er jene nicht verdammen, die „Sehnsucht nach der alten Messe haben“, bemerkt Kobilka. Er selber aber sei froh über die Öffnung gegenüber den anderen Kirchen. Zuerst habe ihn in Schladming auch der evangelische Pfarrer „skeptisch beäugt“, doch sie haben sich bald angefreundet.

„Wenn Sie was von mir schreiben“, teilte Kobilka in einem Mail mit, „möge auch angeführt werden, dass ich in meiner 40-jährigen Pfarrerzeit in Schladming 13 Kapläne hatte und dankbar bin, dass ich auch von jedem von ihnen als Pfarrer etwas lernen konnte.“ Die Pfarre Kulm in der Ramsau und ab 1975 auch Pichl an der Enns betreute Kobilka schon lange „als Draufgabe“ mit; vor sieben Jahren übersiedelte er in die Ramsau, wo mehr als 80 Prozent der Einheimischen evangelisch sind. Er will „nicht so eng denken“, und er spricht stets von „den Kirchen“, nicht von „unserer Kirche“. Neben der Ökumene widmet sich der Priester stark den Touristen.

„Ein bisschen mit dem Computer herumprobieren“ nennt der 77-Jährige neben Reisen und klassischer Musik als Hobbys. Neugierde für das Technische hatte er bereits als Jugendlicher. In Weißkirchen nahe Judenburg wuchs er bei seiner unverheirateten Mutter und der Tante sehr nahe bei der Kirche auf, er hatte aber auch Kontakt zu seinem Vater. Bereits vor der Erstkommunion war er Ministrant.

Als im Krieg der Mesner einrücken musste, übernahm Erich Kobilka auch dessen Aufgabe. Nach der Matura in Judenburg trat er ins Grazer Priesterseminar ein. „Einfach so gewachsen“ sei seine Berufung, überlegt der Obersteirer. „Du brauchst keine Angst zu haben, dass dein Leben einsam und nicht erfüllt wäre“, will er Jugendliche ermutigen.

Als wohltuend für das Klima empfindet Kobilka, dass die Ennstaler „zwar manchmal etwas stur, aber ehrlich sind“. Man wisse, „der meint es ernst“.JOHANN A. BAUER

 

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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