Konflikte einkochen - Teil 04
Gesprächseintöpfe

 

 

 

Die Schleife des Verstehens

In Konflikten wird oft weniger darauf geachtet, was das Gegenüber tatsächlich sagt, als interpretiert und dadurch missverstanden. Die Regel, um diesen Kreislauf des Missverstehens zu durchbrechen, sollte lauten:

Ich höre mit Herz und Hirn zu, was du erzählst, ohne mir eine Antwort zu überlegen. Das Ge-spräch selbst gliedert man in vier Etappen:

■ 1. Hören Sie Ihrem Gegenüber mit voller 
 Aufmerksamkeit zu.

■ 2. Wiederholen Sie mit eigenen Worten, 
 was Sie verstanden haben.

■ 3. Fragen Sie nach, ob Sie das Gesagte 
 richtig verstanden haben.

■ 4. Bleibt für ein besseres Verständnis noch 
 eine Frage offen, können Sie diese zum 
 Abschluss stellen.

 

Bei einem Gespräch mit Hilfe der Schleife des Verstehens sollte man sich abwechseln: A erzählt – B wiederholt und fragt nach, B erzählt – A wiederholt und fragt nach usw.

 

Rückmeldungen: Nachricht vom lch

Schnell nehmen in einem Streit Beschuldigungen überhand (z. B.: „Du hörst mir nie zu!“). Um konstruktiv miteinander reden zu können, ist es wichtig, vom „Du“ zum „Ich“ zu wechseln – „Ich-Botschaften“ als Methode.

Schreiben Sie diese Formeln auf ein Kärtchen:

■ 1. Ich merke …

■ 2. Ich fühle mich dabei …, weil ich …

■ 3. Ich wünsche mir …

 

A beginnt mit dem Formelkärtchen in der Hand und beschreibt, wie es ihm/ihr in einer konkreten Konfliktsituation geht. Dann ist B an der Reihe und antwortet im selben Schema. Diese Ich-Botschaften nehmen die Luft aus den gegenseitigen Beschuldigungen und strukturieren das Gespräch. Außerdem wird durch sie die Rückmeldung gegeben, wie es dem Konfliktpartner geht, was der erste Schritt in Richtung gegenseitiges Verständnis ist. Wenn Sie die Methode oft nutzen, werden Sie eine eigene Sprache dafür finden und die Formeln nicht mehr benötigen.

 

Zwei Ohren gegen den Tunnelblick

Dafür braucht es zwei Konfliktpartner, die bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen, um miteinander einen Weg aus ihrem Dilemma zu finden. Schreiben Sie folgende Fragelisten auf einen Zettel:

■ Korb 1 – „Problemkorb“
Wie siehst du die jetzige Situation?
Worin besteht für dich das Problem?
Worum geht es dir?

■ Korb 2 – „Lösungskorb“
Wie haben wir bisher Probleme gemeistert?
Was würde uns jetzt gut tun oder helfen?
Wie können wir gemeinsam etwas verändern?

 

A stellt B eine beliebige Frage aus Korb 1. B hat nun so viel Zeit, wie er braucht, um zu antworten. Nun ist B an der Reihe, seine Frage an A aus Korb 1 zu stellen. Wenn beide eine Frage aus Korb 1 beantwortet haben, wechseln sie zu Korb 2 und beantworten von dort je eine Frage ihres Gegenübers. Während der Konfliktpartner spricht, hat der Fragende die Möglichkeit, sich Notizen zu machen. Stellen Sie sich dazu Fragen wie etwa: Was habe ich noch nicht gewusst? Was habe ich so noch nicht von dir gehört? Ein Austausch über das Gehörte und Aufgeschriebene kann im Anschluss stattfinden – aber nur, wenn es beide Seiten wollen.

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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