IN MEMORIAM
Er gab der Seele eine Heimat

In der Intensivstation des LKH Klinikum Graz, wo er seit 2004 Pfarrer gewesen war, starb am 12. März der Theologe und Mediziner Kanonikus Mag. Dr. Bernd Oberndorfer
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Kan. Bernd Oberndorfer.
Der Pfarrer am LKH Graz starb
am 12. März im 58. Lebensjahr.

In der Intensivstation des LKH Klinikum Graz, wo er seit 2004 Pfarrer gewesen war, starb am 12. März der Theologe und Mediziner Kanonikus Mag. Dr. Bernd Oberndorfer (im Bild bei einer Liturgiefeier in der LKH-Kirche zum Heiligsten Erlöser). Seelsorgliche, persönliche und sakramentale Begleitung gehörten zu seinem vielfältigen Dienst. Ethischen Fragen im Zusammenhang mit Krankheit und Medizin widmete er sich in vielen Gruppen. In seine Amtszeit fielen auch das 100-Jahr-Jubiläum der Pfarre am LKH-Klinikum sowie bauliche Maßnahmen für die Kirche und den Platz rund um die Kirche, die auch mit einem barrierefreien Zugang versehen wurde. Seit 2018 gehörte er dem Grazer Domkapitel an.

Als echter „Steyrer“ bezeichnete sich Kan. Mag. Dr. Bernd Oberndorfer, ist er doch im oberösterreichischen Steyr geboren. In Admont, wo er aufwuchs, maturierte er am Stiftsgymnasium und begann dann mit dem Medizinstudium. Sein tieferes Fragen nach dem Wesen des Menschen führte ihn schließlich zum Theologiestudium und zum Priesterberuf. Sein Medizinstudium hat er dann, schon Pfarrer am Landeskrankenhaus Graz, auch fertig gemacht.

Nach der Priesterweihe im Jahr 2000 wirkte er in Leoben als Kaplan in den Pfarren Waasen und Donawitz, als Dekanatsjugendseelsorger und Religionslehrer. Obwohl es sein Werdegang nahelegte, kam für ihn der Ruf in die Krankenhausseelsorge überraschend. Als Pfarrer in der Pfarre Heiligster Erlöser am LKH-Klinikum Graz (ab 2004) sowie als Leiter des Referates für Krankenhausseelsorge und später auch für Pflegeheimseelsorge prägte er eine neue Ära in diesen Bereichen, getragen von einer Zusammenschau aus Theologie, Naturwissenschaft, Kunst und einem wachen Blick für gesellschaftliche Entwicklungen. Auch für das Zentrum für Pflegepersonal und die Privatklinik Graz-Ragnitz war er zuständig.

Er legte großen Wert darauf, dass die Krankenhausseelsorge vor allem in Not- und Krisensituationen rund um die Uhr erreichbar ist und die Krankensakramente qualitätvoll gefeiert werden. Er selbst übernahm dafür unzählige Dienste, auch über das LKH-Klinikum hinaus. Für Führungskräfte war er ein hochgeschätzter Gesprächspartner, Seelsorger und Lehrer. In vielen Ethikkommissionen und -komitees wirkte er maßgeblich mit. Hauptamtliche und Ehrenamtliche in der Krankenhausseelsorge, auch in der Ökumene, erlebten ihn als wertschätzenden und herausfordernden Begleiter. Auch die Mesnergemeinschaft, die Theresenschwestern und andere Gruppen begleitete er geistlich.

In seinen Predigten, seelsorglichen Gesprächen und Sakramentenfeiern konnte er die Menschen zutiefst berühren. Er konnte durch Worte der Seele eine Heimat geben. Er begleitete viele Menschen auch persönlich in schweren Situationen. Für Fragen des Umgangs mit Krankheit und Sterben war er ein gesuchter und sprachgewandter Vortragender. Überall brachte er seine Erfahrung als selbst von einer schweren Krankheit Betroffener ein, der dies bis zuletzt aus einem tiefen Glauben getragen hat.

Kunst und Musik gehörten zu seinen großen Vorlieben, ebenso wie gelegentliches Abtauchen in Taucherparadiese der Erde, die er auch fotografisch dokumentierte. Er vereinte Beheimatung in der kirchlichen Tradition mit Weltoffenheit ebenso wie einen übervollen Terminkalender mit ungeteiltem Dasein für die jeweilige Begegnung.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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