Kirche Steiermark
Eine Rose fürs Menschsein
- Foto: Gerd Neuhold / Sonntagsblatt für Steiermark
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Am „Tag der Arbeitslosen“ (30. April) verteilte Bernhard Schwarzenegger vom Fonds für Arbeit und Bildung der Diözese Graz-Seckau wieder Rosen an Arbeitssuchende und AMS-MitarbeiterInnen.
Dir brauche ich mein Satzerl nicht mehr sagen, oder?“ fragt Bernhard Schwarzenegger einen Mitarbeiter des Arbeitsmarktservice (kurz: AMS) in der Servicestelle Graz Ost. Schon seit 2007 verteilt er, als Geschäftsführer des Fonds für Arbeit und Bildung der Diözese Graz-Seckau, Rosen beim AMS. Angefangen hat es vor 18 Jahren in der Herrengasse, wo sogar ein Theaterstück zum Tag der Arbeitslosen aufgeführt wurde. Während der Corona-Zeit besuchte er den Bischof, der Rosengrüße an die AMS-MitarbeiterInnen schickte. Manche haben ihn am heurigen 30. April also schon erwartet.
Die Kirche unter den Menschen. Sein „Satzerl“ würde lauten: „Darf ich Ihnen eine Rose geben? Als Zeichen der Wertschätzung! Wir sind von der Kirche und verteilen am ‚Tag der Arbeitslosen‘ Rosen an Arbeitslose und AMS-MitarbeiterInnen.“
Heike Hillebrand, ebenfalls vom Fonds für Arbeit und Bildung, sowie Maria Wilbrink vom SONNTAGSBLATT begleiten ihn. In vielen Farben wurden Rosen bestellt und bei tag.werk, einem Beschäftigungsprojekt für Jugendliche, mit Botschaften versehen.
Die erste Station ist die Landesgeschäftsstelle in der Grazer Babenbergerstraße. Schwarzenegger klopft mit seinem Team an Türen, bittet darum, kurz stören zu dürfen und erklärt seine Motivation. Eine Rose fürs Menschsein. Von der Kirche unter den Menschen. Und alle anwesenden AMS-MitarbeiterInnen freuen sich.
AMS wird nicht arbeitslos. Bevor die RosenverteilerInnen in die nächste AMS-Stelle aufbrechen, machen sie kurz Pause im Büro von Yvonne Popper-Pieber. Die stellvertretende Landesgeschäftsführerin äußert ihre Sorgen zum Budgetdefizit, das auch die Förderungen für das AMS betrifft. Es brauche Unterstützungsangebote für die Personengruppe der Erwerbs-Arbeitslosen. „Sonst funktioniert Integration nicht. Es braucht erstens die Haltung, zweitens die finanziellen Mittel und Unterstützung.“
In der Steiermark sind viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Ende 2024 knackte die Zahl der Arbeitslosen laut AMS die 50.000, mittlerweile ist diese Zahl auf 36.000 gesunken. Das AMS selbst ist noch lange nicht arbeitslos.
Gebt uns Rosen auch! Auf den Kärtchen an den Rosen wird die Bedeutung der Verteilaktion zum „Tag der Arbeitslosen“ erklärt: „Gebt uns das Brot, doch gebt die Rosen auch!“ – ein Satz, der auf einen Streik amerikanischer TextilarbeiterInnen vor über hundert Jahren zurückgeht. Sie forderten nicht nur gerechte Arbeit und Entlohnung („Brot“), sondern auch Würde und Wertschätzung. Mit dieser Geste wird den Arbeitssuchenden viel Kraft und baldiger Erfolg sowie den AMS-MitarbeiterInnen Geschick und Einfühlungsvermögen gewünscht.
- Bernhard Schwarzenegger überreicht einem AMS-Mitarbeiter eine Rose – als Zeichen der Wertschätzung am Tag der Arbeitslosen.
- Foto: Gerd Neuhold / Sonntagsblatt für Steiermark
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Arbeit ist mehr ...
... als nur der Job: Bei dem vom Fonds für Arbeit und Bildung und Katholischer ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) gestalteten Gottesdienst am 30. April in der Grazer Franziskanerkirche sprach KAB-Vorsitzende Anneliese Pieber auch über unbezahlte Arbeit, die es in Beziehungen, Familie und Gesellschaft braucht: Erziehung, Pflege oder auch Eigenarbeit – zum eigenen Wohlbefinden.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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