Schöpfung
Die Erde steht auf dem Spiel

Die Ressourcen unseres Planeten nicht zu plündern, sondern auf faire und respektvolle Weise zu teilen – dazu ruft neben dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., auch Papst Franziskus auf.
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  • Die Ressourcen unseres Planeten nicht zu plündern, sondern auf faire und respektvolle Weise zu teilen – dazu ruft neben dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., auch Papst Franziskus auf.
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Die Bewahrung der Schöpfung als zentralen christlichen Wert betont der Ökumenische Patriarch Bartholomaios und nimmt die Politik weltweit in die Pflicht.

Heftige Kritik an den weltweit politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen hat der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., geübt. „Wie lange wird die Natur die fruchtlosen Diskussionen und Beratungen sowie den weiteren Aufschub entschiedener Maßnahmen zu ihrem Schutz noch durchhalten?“, so der orthodoxe Patriarch wörtlich in seiner diesjährigen Botschaft zum kirchlichen Schöpfungstag am 1. September.
Der heutige kategorische Imperativ für die ganze Menschheit heiße, „so zu leben, dass wir die Umwelt nicht zerstören“, insistiert der Patriarch. Doch während im persönlichen Bereich sowie in vielen Gemeinden, Gruppen, Bewegungen und Organisationen große Sensibilität und ökologische Verantwortung an den Tag gelegt würden, „sind die Staaten und die Wirtschaftsträger – im Namen geopolitischer Pläne und der Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft – unfähig, die richtigen Entscheidungen zum Schutz der Schöpfung zu treffen“, so Bartholomaios.

Der entscheidende Faktor ist der Mensch
Die Tatsache, dass durch die Covid-19-Maßnahmen eine Minderung der Schadstoffe und der Belastung der Atmosphäre festgestellt werden konnte, beweise, dass der Mensch der entscheidende Faktor bei der Entstehung der gegenwärtigen ökologischen Krise ist. Die Umkehr zu einer ökologischen Wirtschaft sei eine unbestreitbare Notwendigkeit, betont der Patriarch.

Die Erde steht auf dem Spiel
Denn „es gibt keinen wahrhaften Fortschritt, der auf der Zerstörung der natürlichen Umwelt basieren könnte. Es ist absurd, ökonomische Entscheidungen zu treffen, ohne deren ökologische Folgen in Betracht zu ziehen. Der wirtschaftliche Fortschritt darf nicht länger ein Alptraum für die Ökologie bleiben.“ Er sei überzeugt, „dass es einen anderen Weg gibt, die Wirtschaft zu organisieren“.
Die Größe der Bedrohung zeige sich darin, „dass nicht mehr nur die Lebensqualität, sondern die Bewahrung des Lebens auf unserem Planeten auf dem Spiel steht“. Zum ersten Mal in der Geschichte könne der Mensch die Grundbedingungen des Lebens auf Erden zerstören, so der Patriarch.

Heute Verantwortung übernehmen
Der Kampf für die Bewahrung der Schöpfung sei eine zentrale Dimension des christlichen Glaubens. Die Zerstörung der Schöpfung stelle „eine Beleidigung des Schöpfers“ dar, „die mit der christlichen Theologie unvereinbar ist“. Der Ökumenische Patriarch ruft die Gläubigen zum tatkräftigen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung auf. Patriarch Bartholomaios wird für sein umfassendes ökologisches und schöpfungstheologisches Engagement gemeinhin auch als „grüner Patriarch“ bezeichnet.
Mit deutlichen Worten kritisiert auch Papst Franziskus die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, besonders durch multinationale Konzerne: „Länder und Unternehmen aus dem Norden sind durch die Ausbeutung der Naturschätze des Südens reich geworden.“ Dies habe zu einer „ökologischen Schuld“ geführt. Franziskus fragt: „Wer wird diese Schuld bezahlen?“ Dabei bittet der Papst um Unterstützung und Gebet. Heute, nicht morgen gelte es, „Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen“.

KATHPRESS

Es ist wieder Schöpfungszeit
Von 1. September bis 4. Oktober, dem Fest des hl. Franziskus, rufen die christlichen Kirchen Österreichs zur „Schöpfungszeit“ auf, um auf die Dringlichkeit der Bewahrung der Schöpfung aufmerksam zu machen.

Die Ressourcen unseres Planeten nicht zu plündern, sondern auf faire und respektvolle Weise zu teilen – dazu ruft neben dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., auch Papst Franziskus auf.
Der „grüne Patriarch“ Bartholomaios ruft vehement zur
Bewahrung der Schöpfung aus christlichen Motiven auf.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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