Weltkirche
Auf nach Afrika
- Im Juli 2025 besuchte Staatspräsident Abdelmagjid Tebboune (r.) den Papst in Rom. Leo XIV. reist nun in dessen Heimat Algerien.
- Foto: KNA
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Papst Leo XIV. tritt seine bisher größte Reise an und wird als erster Papst Algerien besuchen.
Elf Tage, vier Länder, 18 Flüge und mehr als 16.000 Kilometer: All das wird Leo XIV. in Kürze absolvieren. Von 13. bis 23. April will der Papst die Länder Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea bereisen.
Afrikas größtem Staat, Algerien, kommt dabei eine besondere Rolle zu. Denn das Land, das fast 30 Mal so groß wie Österreich ist, war noch nie zuvor Ziel einer Papstreise. Zwar war das aktuelle Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche bereits zwei Mal dort – allerdings damals noch als Leiter des Augustinerordens. Im weitgehend muslimischen Algerien liegen die Wurzeln des Augustinerordens. Der heilige Augustinus wurde 354 im heutigen Souk-Ahras geboren und starb 430 in seiner Bischofsstadt Hippo Regius. In der Spätantike war die Region christlich geprägt; bei seiner nunmehrigen Reise wird Papst Leo aber nur auf wenige KatholikInnen treffen – aktuell machen sie nur etwa 0,2 Prozent unter den 48 Millionen AlgerierInnen aus.
In den vier afrikanischen Ländern, die der Papst besuchen will, wirkt bis heute Europas Kolonialherrschaft nach. In Algerien ist sie mitverantwortlich für die geringe Zahl an KatholikInnen: Nach der blutig erkämpften Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1962 verließen hunderttausende, meist christlich gläubige „Algerienfranzosen“ das Land. Davon hat sich die katholische Kirche in Algerien nicht erholt. Zwar erfährt sie heute weniger Einschränkung als protestantische Kirchen, im Jahr 2022 wurde aber ihr Sozialdienst Caritas geschlossen. Der christlich-muslimische Dialog wird deshalb beim Papstbesuch im Vordergrund stehen – ebenso wie die Stärkung von ChristInnen in Algerien.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.