Weltkirche
Auf Friedensmission
- Am ökumenischen und interreligiösen Treffen am 1. Dezember auf dem Märtyrerplatz in Beirut gießt Papst Leo XIV. ein Bäumchen – als Zeichen für den Frieden. Im Libanon gibt es 18 anerkannte Religionsgemeinschaften; der Papst spricht auf seiner Auslandsreise auch vor Vertretern von Muslimen und Drusen. Misstrauen und Ängste müssten dem friedlichen Zusammenleben weichen, sagte er.
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Erste Papstreise. Auf seiner sechstägigen Auslandsreise ruft Leo XIV. zu Frieden auf – in der Türkei, vor allem aber im Libanon.
Der Friede sei mit euch!“ Mit diesen Worten richtete sich Leo XIV. unmittelbar nach seiner Wahl zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am 8. Mai 2025 erstmals an die am Petersplatz wartende Menge. Der Friedensgruß des auferstandenen Christus solle die Herzen durchdringen, alle Menschen erreichen, alle Völker und die ganze Erde – das war der erste Wunsch des 267. Papstes.
Bei seiner ersten Auslandsreise besuchte Papst Leo von 27. November bis 2. Dezember den Libanon und die Türkei. Im Land am Bosporus warb er für die Respektierung von Minderheiten und für die Einheit der christlichen Kirchen. Gemeinsam mit dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirchen, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., stellte er neue Schritte zur Einheit aller ChristInnen in Aussicht. Im Libanon ermutigte er Angehörige aller Religionsgemeinschaften, sich für Versöhnung und Frieden im eigenen Land und im gesamten Nahen Osten einzusetzen. Dabei wurde das Katholikenoberhaupt sowohl von ChristInnen unterschiedlicher Kirchen wie auch von Anhängern anderer Religionen als Bote der Hoffnung und des Friedens begrüßt.
Betend am Hafen. Neben Programmpunkten wie dem Besuch in einem christlichen Spital, einer Zusammenkunft mit 15.000 Jugendlichen oder interreligiösen Treffen, berührte vor allem Papst Leos schweigendes Gebet am Hafen von Beirut. Dort dachte er am 2. Dezember der Opfer der verheerenden Explosion, die dort vor fünf Jahren geschehen war. Mit gefalteten Händen verweilte Leo vor dem Monument, das an die Katastrophe erinnert (siehe gr. Bild, S. 11). Bei dem bis heute ungeklärten Ereignis explodierten am 4. August 2020 mehrere Tonnen Nitratdünger, die dort seit 2014 lagerten. Tausende wurden verletzt, Hunderttausende obdachlos, mehr als 200 Menschen starben.
Nach einer Kranzniederlegung und dem Entzünden eines Gedenklichtes sprach der Papst lange mit den Angehörigen der Opfer und segnete sie. Einige zeigten Fotos der Verstorbenen und baten Papst Leo, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Vertreter der libanesischen Regierung und Staatsführung waren nicht anwesend.
Kein ferner Traum. 35 Jahre nach Beendigung des Bürgerkriegs (1975–1990) rief der Papst in Beirut die Religionsgemeinschaften zu Frieden und Zusammenarbeit auf. „In einer Zeit, in der das Zusammenleben wie ein ferner Traum erscheinen mag, erinnern die Menschen im Libanon, die verschiedenen Religionen angehören, eindringlich daran, dass Angst, Misstrauen und Vorurteile nicht das letzte Wort haben und dass Einheit, Versöhnung und Frieden möglich sind“, sagte Papst Leo am Märtyrerplatz in Beirut am 1. Dezember.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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