Weltkirche
Anklage gegen zehn Beschuldigte erhoben

Prozess im Vatikan nach Finanzskandal um Londoner Immobilie.

Im Jahr 2019 sorgte eine Razzia im Vatikan für Aufsehen. Am 27. Juli wird nun der Prozess zum Finanzskandal um Immobilien-investitionen des Vatikanischen Staatssekretariates beginnen.
Nach der Razzia wurden fünf vatikanische Mitarbeiter suspendiert. Ein knappes Jahr später fiel Kardinal Angelo Becciu bei Papst Franziskus in Ungnade. Als langjähriger Substitut (2011–2018) im Staatssekretariat soll er bei den Finanzaktionen der machtvollen Behörde Fäden gezogen oder jedenfalls grünes Licht gegeben haben. Die Riege der weiteren Beschuldigten reicht vom Schweizer Juristen und Finanzexperten Rene Brülhart mit dem Ruf als Saubermann bis zur selbsternannten italienischen Geheimdienstexpertin Cecilia Moragna.

Dazu gesellen sich vatikanische Mitarbeiter, im Staatssekretariat zuständig für Finanzen, die von den anderen Beschuldigten – italienischen Finanzmaklern – entweder übers Ohr gehauen worden sein sollen oder mit ihnen gemeinsame Sache machten. Im Kern geht es um verlustreiche Investitionen in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro in eine Londoner Immobilie und die sie begleitenden Deals und Provisionen.

Die Anklagepunkte der vatikanischen Strafverfolgung gegen die insgesamt zehn Beschuldigten reichen von Veruntreuung und Korruption über Erpressung, Betrug und Geldwäsche sowie Selbstgeldwäsche bis hin zu Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung. Während etwa Brülhart nur sein Amt als Verwaltungsratschef der vatikanischen Finanzaufsicht AIF missbraucht haben soll, listet die Anklage bei Enrico Crasso, dem römischen Broker mit Sitz in der Schweiz, eine ganze Palette von Vergehen auf.

Becciu und Brülhart ließen verlauten, der Prozess werde ihre Unschuld bestätigen. Becciu sieht sich als „Opfer eines Komplotts“ und beklagt eine Diffamierungskampagne italienischer Medien.
Staatsanwalt Gian Piero Milano und seine zwei Mitarbeiter werden zu beweisen versuchen, dass die reformierte vatikanische Justiz zu mehr Gerechtigkeit und Transparenz beitragen kann.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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