Glaube
Verwundung und Heilung
- „Lichtblick“ heißt die Holzskulptur von Andreas Kuhnlein, die im Passauer Dom enthüllt wurde.
- Foto: Hintermayr
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Passau: Ein Mahnmal gegen Missbrauch
Im Passauer Dom steht seit Sonntag, 8. März, ein Mahnmal gegen das Vergessen von sexuellem, gewalttätigem und geistlichem Missbrauch durch Priester. Bei einem Gottesdienst enthüllte Bischof Stefan Oster die vom bayerischen Künstler Andreas Kuhnlein geschaffene Holzfigur. Sie trägt den Titel „Lichtblick“ und zeigt eine schwangere Frau, die den Blick nach vorne richtet. Auf Anregung des Betroffenenbeirats hatte die Diözese das Werk erstanden, das nach Abschluss der laufenden Renovierungsarbeiten im Dom dauerhaft beim Marienaltar installiert werden soll.
Eine Gedenkminute nach der Segnung lud zu Stille, einem Wirken-Lassen und In-sich-Gehen ein. Der Bischof dankte den Betroffenen für die Bereitschaft, dieses Mahnmal im Dom zu enthüllen. Es sei ein Zeichen für deren Hoffnung, „dass die Kirche, in der Sie Schlimmes erlebt haben, zugleich der Ort sein kann, an dem Sie Jesus neu begegnen können.“ In seiner Predigt stellte er die Frage: „Sind wir nicht gerade in dem, wo es in unserem Inneren um die Fähigkeit geht, wirklich lieben zu lernen mit Leib und Seele, zugleich tief anfällig? Anfällig, selbst verwundet zu werden oder zu verwunden?“
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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