Weltsynode
Nicht dieselben wie vorher

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Weltsynode eröffnet – alle sollen teilnehmen, um die Kirche synodaler zu machen. Papst Franziskus warnte vor falschen Erwartungen und mahnte zu echter Begegnung.

Zur beginnenden Weltsynode der Katholischen Kirche rief Papst Franziskus zu Einheit, Mut und Engagement auf. Wenn nicht wirklich alle daran teilnähmen, drohe „die Rede von Gemeinschaft nur fromme Absicht“ zu bleiben, sagte er bei der Eröffnungsfeier am 9. Oktober im Vatikan. Zwar gebe es in der Kirche bereits Fortschritte im Bereich Partizipation; aber „wir können nicht umhin, das Unbehagen und Leid vieler pastoraler Mitarbeiter, der partizipativen Organe in den Diözesen und Pfarren und der Frauen“ zu registrieren, so Franziskus.

Dialogischen Umgangsstil lernen
Die Versammlung in der vatikanischen Synodenaula, an der auch der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn teilnahm, eröffnete einen zunächst auf gut zwei Jahre angelegten, mehrstufigen synodalen Prozess mit dem Titel: „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“. Auf diese Weise soll die Kirche einen stärker dialogischen Umgangsstil lernen; konkrete Themen sollen sich erst später ergeben.
„Ich sage noch einmal“, so Franziskus in seiner Ansprache, „eine Synode ist kein Parlament, keine Meinungsumfrage“. Wichtigster Akteur sei der Heilige Geist; „ohne ihn gibt es keine Synode“, hielt der Papst fest. Es gehe darum, sich dorthin führen zu lassen, „wohin Gott will, und nicht wohin uns unsere Ideen und unsere persönlichen Vorlieben bringen würden“, mahnte Franziskus. Gleichzeitig warnte er davor, den synodalen Prozess bloß formal, rein intellektuell oder starr anzugehen. Als rein akademische Studiengruppe drohe man „den üblichen ideologischen und parteilichen Fraktionen zu verfallen“ und sich vom realen Leben der Menschen zu lösen. Wer meine, alles müsse bleiben, wie „es immer schon gemacht wurde“, nehme die Zeit nicht ernst, „in der wir leben“. Es gehe nicht darum, „Veranstaltungen zu organisieren oder theoretische Überlegungen zu Pro-blemen anzustellen“. Viel wichtiger sei es, sich Zeit zu nehmen, um Gott zu begegnen und die Begegnung untereinander zu fördern. Am Ende eines echten Dialogs „sind wir nicht mehr dieselben wie vorher, wir haben uns verändert“, so der Papst.

Ohne Täuschung und Tricks
Mit einer Messe im Petersdom gab Papst Franziskus am 10. Oktober den zweiten Startschuss für die Weltsynode. „Alles ändert sich, wenn wir zu echten Begegnungen mit Gott und untereinander fähig sind. Ohne Formalitäten, ohne Täuschung, ohne Tricks“, sagte Franziskus in seiner Predigt. Gleichzeitig warnte er, sich in Ausreden zu flüchten wie „Das ist nicht nötig“ oder „Das hat man schon immer so gemacht“. Vor allem für Seelsorger und Verkündiger sei es eine „vielleicht mühsame Übung, zu lernen, einander zuzuhören und oberflächliche Antworten zu vermeiden“. Die Synode sei ein „Weg der geistlichen Unterscheidung, die im Gebet und im Kontakt mit dem Wort Gottes stattfindet“.
Nach dem Start in Rom soll weltweit jeder Bischof in seiner Diözese am 16./17. Oktober den lokalen Auftakt machen. Bischof Wilhelm Krautwaschl startet mit einer Wort-Gottes-Feier auf der Grazer Murinsel (Näheres Seite 13). Nach einer ersten Phase in den Ortskirchen folgt 2022/2023 ein Prozess auf Kontinentalebene, der in eine Versammlung der Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom mündet. Ziel ist es, nicht nur möglichst viele Kirchenmitglieder zu beteiligen, sondern auch andere Menschen zu hören.

KATHARINA GRAGER/KATHPRESS

Zur Synode
Ein einladendes Wort der österreichischen Bischöfe zum Beginn des synodalen Prozesses finden Sie auf den Seiten 12/13, Näheres zur Beteiligung auf Seite 2 und weitere Infos unter www.katholische-kirche-steiermark.at/synode

An der Weltsynode sollen sich nach Papst Franziskus möglichst viele Menschen beteiligen – auch der Kirche fernstehende.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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