Glaube
Minimalismus ist „in“
- Der „rappende Mönch“ betreibt unter „@PaterSandeshManuel“ einen eigenen Kanal auf YouTube. Er beobachtet, dass Lebensweise und Spiritualität des heiligen Franz von Assisi auch heute viele Menschen faszinieren.
- Foto: Bosina/Vocation Music Award
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Für P. Manuel Sandesh, Wiener Franziskaner, Musiker und YouTube-Star, ist die franziskanische Spiritualität sehr aktuell.
Sehr viele Menschen entdecken heute, dass die einfachen Dinge im Leben glücklich machen“, erklärte Sandesh im Interview mit der Zeitschrift miteinander des Canisiuswerkes: „Minimalismus ist in. Das ist definitiv sehr franziskanisch.“ Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi in diesem Jahr sprach Sandra Lobnig mit dem aus Indien stammenden Priester, der im Franziskanerkloster in der Wiener Innenstadt lebt und wirkt. Als Musiker und Rapper hat P. Manuel große Bekanntheit erlangt, das Franziskus-Jahr würdigt er in mehreren Konzerten.
Sandesh erzählt, wie es dazu kam, dass er im Alter von 17 Jahren in den Franziskanerorden eingetreten ist: „In der Pubertät hatte ich viele Fragen. Wohin gehen wir? Was ist der Sinn im Leben? Warum sind manche Menschen so arm geboren?“ Nach der Schulzeit habe er sich ein Jahr Auszeit nehmen wollen, um darüber nachzudenken. Da seine Familie in einer franziskanischen Pfarre beheimatet gewesen sei und er dort „die Franziskaner immer als sehr unkompliziert und lustig erlebt“ habe, verbrachte er zunächst dieses eine Jahr bei ihnen und fasste dabei den Entschluss, ganz dort zu bleiben.
Seine Faszination für den Bettelmönch aus dem 13. Jahrhundert weckte unter anderem der Film „Bruder Sonne, Schwester Mond“, der in der Pfarre gezeigt wurde: „Die Einfachheit von Franziskus hat mich sehr berührt. Seine Liebe für Jesus, sein Umgang mit der Schöpfung haben mich inspiriert.“ Im Postulatsjahr habe er ein Theaterstück über den Heiligen erarbeitet und dafür viel gelesen. Besonders angetan sei er von dieser Geschichte gewesen: „Eines der Klöster wurde von drei Räubern überfallen. Was hat Franziskus getan? Er ist ihnen nach in den Wald und hat sie mit ‚Bruder Räuber‘ gerufen. Die Räuber waren erstaunt. Wer ruft uns hier ‚Bruder‘?“ Der Legende nach sei einer von ihnen Franziskaner geworden. P. Manuel folgert daraus: „Der Weg des Christentums ist der Dialog.“
Über das franziskanische Gelübde der Armut sinniert der singende Mönch: „Wir leben die Armut nicht ganz so radikal wie Franziskus damals, der ohne Sandalen blieb und barfuß unterwegs war.“ Armut bedeute im Orden etwa, „dass wir das, was wir verdienen, in einen Topf werfen. Natürlich benötigen wir bestimmte Dinge für unsere Arbeit. Wir besitzen Handys, Computer, ich habe natürlich als Musiker auch eine Gitarre. Die muss einen guten Klang haben.“
Der Geist der Armut zeige sich auch darin, die Einfachheit und Schönheit in den kleinen Dingen zu entdecken: „Ein Tropfen Wasser, der in der Sonne glitzert, ist schöner als ein Diamant.“ Franziskus habe Gott überall in der Schöpfung wahrgenommen. „Sein Zugang zur Schöpfung, zur Umwelt spiegelt sich heute etwa wider in dem Bemühen, unseren Planeten zu schützen.“
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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