Glaube
Jesus am Oberarm

Als Samuel Ebner seine erste Tätowierung stechen ließ, lebte er noch als Mönch in einem steirischen Benediktinerkloster. Heute ist er Pfarrvikar der altkatholischen Kirchengemeinde Graz und trägt viele Tattoos, die von seinem Glauben zeugen.
 | Foto: Florian Voggeneder
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  • Als Samuel Ebner seine erste Tätowierung stechen ließ, lebte er noch als Mönch in einem steirischen Benediktinerkloster. Heute ist er Pfarrvikar der altkatholischen Kirchengemeinde Graz und trägt viele Tattoos, die von seinem Glauben zeugen.
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Wenn Glaube unter die Haut geht – religiöse Tätowierungen.
Ein Auszug aus dem aktuellen GRÜSS GOTT!- Magazin.

Die Haut ist unser größtes und sichtbarstes Organ. Sie bietet Schutz und Sinneswahrnehmung, regelt unsere Körpertemperatur – und verbindet uns mit unserer Umgebung.

Eine Tätowierung bildet demnach nicht nur einen Eingriff in unseren Körper, sondern fungiert auch als bewusste Botschaft an unsere Mitmenschen.

Diese Art der Körpermodifikation hat eine jahrtausendealte Tradition. In der Bibel selbst werden Tattoos nicht erwähnt. Zumindest nicht unter diesem Namen. Denn der heute gebräuchliche Begriff stammt aus Polynesien: Das samoanische Wort tatau bedeutet „zeichnen“ und gelangte mit der Rückkehr des britischen Seefahrers James Cook im 18. Jahrhundert in die europäische Sprachkultur.

Allerdings gibt es im Alten Testament einen Vers, Levitikus 19,28, der als Verbot von Tätowierungen verstanden werden kann (und im jüdischen Religionsgesetz so ausgelegt wird): „Für einen Toten dürft ihr keine Einschnitte auf eurem Körper anbringen und ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen.“

Tattoos sind kein Stigma mehr. Die Zeiten, als Tätowierungen – speziell grobe, stümperhafte „Häfnpeckerl“ – ihren Träger oder ihre Trägerin als asozial, kriminell und generell gefährlich auswiesen (oder zumindest als Seemann mit unstetem Lebenswandel), sind längst vorbei. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS belegte 2024, dass 27 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher tätowiert sind – Tendenz: steigend. Für die Hälfte der Befragten spielt es keine Rolle mehr, ob ein Mensch tätowiert ist, nur auf 14 Prozent wirkt eine unbekannte Person wegen eines Tattoos „unsympathischer“.

Authentisch mit Tätowierungen. Auch christliche Motive werden als Zeichen innerer Überzeugung stolz in Tinte manifestiert: Bibelverse, Fische, betende Hände, ganze Szenen aus dem Alten oder Neuen Testament gehen detailverliebt unter die Haut. Wie bei Samuel Ebner. Mit Glatze, Bart, Flinserl, Piercing in der linken Augenbraue – und sichtbaren Tätowierungen am Hals, den Unterarmen, den Fingern wirkt der Pfarrvikar der altkatholischen Kirchengemeinde Graz auf den ersten Blick eher wie ein kreativer „Hipster“ denn als Mann Gottes: „Die Zeiten haben sich geändert, selbst ein tätowierter Pfarrer schreckt die Menschen nicht mehr. Aber in erster Linie mache ich all diese Dinge ja für mich. Mir sind die Tattoos sehr wichtig, sie helfen mir, authentisch zu sein. Ich bin so, wie ich bin, und spiele niemandem etwas vor. Und das spüren die Leute.“

Aktuell verkörpert Samuel Ebner seinen Glauben in zehn Tattoos. Dazu zählen der Spruch „Major est caritas“ („Das Größte ist die Liebe“) ...

Hannes Kropik

◉ Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen GRÜSS GOTT!-Magazin, das Sie demnächst in Ihrem Postkasten finden.

Als Samuel Ebner seine erste Tätowierung stechen ließ, lebte er noch als Mönch in einem steirischen Benediktinerkloster. Heute ist er Pfarrvikar der altkatholischen Kirchengemeinde Graz und trägt viele Tattoos, die von seinem Glauben zeugen.
 | Foto: Florian Voggeneder
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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