Solidaritätsbarometer
Zusammenhalt sinkt

Für Begegnung und Zusammenhalt. V. l. Caritas-Regionalkoordinatorin Gabriele Anderssohn, Caritas-Kuratoriumsvorsitzende Kristina Edlinger-Ploder, Studienautor Florian Brugger, Caritas-Vizedirektorin Nora Tödtling-Musenbichler und Caritas-Haussammlerin Andrea Strimitzer aus Bad Mitterndorf.
  • Für Begegnung und Zusammenhalt. V. l. Caritas-Regionalkoordinatorin Gabriele Anderssohn, Caritas-Kuratoriumsvorsitzende Kristina Edlinger-Ploder, Studienautor Florian Brugger, Caritas-Vizedirektorin Nora Tödtling-Musenbichler und Caritas-Haussammlerin Andrea Strimitzer aus Bad Mitterndorf.
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Ein Solidaritätsbarometer der Steiermark präsentierte die Caritas.

Bereits zum fünften Mal präsentierte die Caritas Steiermark das Solidaritätsbarometer. Die Studie über sozialen Zusammenhalt erhebt erneut eine stark soziale Einstellung der Bevölkerung. Caritas-Vizedirektorin Nora Tödtling-Musenbichler betonte die Verantwortung der Caritas dafür, Räume der Begegnung und des Austausches zu schaffen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Die Präsentation ist der offizielle Start der Caritas-Haussammlung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Aufeinander zugehen“ steht.

Nora Tödtling-Musenbichler sah mit der Studie eine wesentliche Erfahrung der Caritas bestätigt: „Viele Menschen sind bereit zu helfen – mit finanziellen Mitteln, aber auch im täglichen Tun.“ Beim Thema sozialer Zusammenhalt habe es jedoch „Einbrüche gegeben“, so Tödtling-Musenbichler: „Die Corona-Krise hat das Vertrauen vieler in die Politik und andere Entscheidungsträger, aber auch der Menschen untereinander erschüttert.“ Sie sieht die Hilfsorganisation der katholischen Kirche gefordert: „Die Menschen sehen die Verantwortung dafür, wie ausgeprägt der Zusammenhalt in der Gesellschaft ist, auch dezidiert bei der Caritas. Das ist ein ganz klarer Auftrag an uns: den Menschen, die sich engagieren wollen, Möglichkeiten zu geben, ihre Solidarität zu leben.“ Wichtig sei, dass sich alle zugehörig und wertgeschätzt fühlen könnten.

„Mehr denn je geht es um Austausch und Begegnung“, hielt Kristina Edlinger-Ploder fest, Vizepräsidentin der Caritas Österreich und Vorsitzende des Kuratoriums der Caritas Steiermark. „Die Haussammlung der Caritas verbindet Begegnung mit Hilfe. Das macht sie zu einer ganz besonderen Aktion.“ Neben offenkundiger Not gebe es auch immer verstecktes Leid: „Vieles bleibt unsichtbar, wenn wir nicht wie in der Haussammlung die Begegnung suchen. Die SammlerInnen, die von Haus zu Haus gehen, sind auch BrückenbauerInnen, die Hilfe ermöglichen.“
Der Grazer Soziologe Florian Brugger hat das Solidaritätsbarometer mit der Caritas Steiermark entwickelt und erhebt seit fünf Jahren über eine jährliche Umfrage die Einstellung der Menschen in der Steiermark zu Themen wie Spendenbereitschaft und ehrenamtliche Tätigkeit. Zusätzliche Fragen widmeten sich in der aktuellen Umfrage dem Thema Sozialer Zusammenhalt. Die Mehrheit der Befragten gab an, der gesellschaftliche Zusammenhalt habe in den vergangenen Jahren abgenommen. Sie wünschten sich jedoch ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in der Steiermark.

Quelle: Caritas Steiermark.

Soziale Einstellung

Caritas zieht zweifaches Fazit

1. Der „objektive“ gesellschaftliche Zusammenhalt ist sehr groß in der Steiermark. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist groß. Die meisten Befragten identifizieren sich mit Region und Land und pflegen enge Beziehungen zu Verwandten und Freunden. Ebenso werden Arbeitsklima und Nachbarschaften als sehr gut empfunden.
2. Der „subjektiv“ empfundene gesellschaftliche Zusammenhalt ist gering. Insbesondere Auseinandersetzungen um die Corona-Politik, die Klima-Politik, zwischen Links und Rechts und zwischen Ausländern und Inländern werden als spaltend wahrgenommen. Die meisten Befragten wünschen sich mehr Zusammenhalt.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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