Seelsorge
Lass mich dich lernen

Um Begegnung, ums Zeitnehmen, Besuchen und Einfühlen geht es beim Projekt „Aufsuchende Seelsorge“ in der Region Südoststeiermark, das am 18. Juni vorgestellt wurde. Auch ein Lehrgang in drei Teilen bereitet ab September darauf vor.
  • Um Begegnung, ums Zeitnehmen, Besuchen und Einfühlen geht es beim Projekt „Aufsuchende Seelsorge“ in der Region Südoststeiermark, das am 18. Juni vorgestellt wurde. Auch ein Lehrgang in drei Teilen bereitet ab September darauf vor.
  • Foto: Baumgartner
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„Aufsuchende Seelsorge“ nennt sich ein Projekt, bei dem sich Menschen engagieren können, um freiwillig betagte, kranke oder pflegebedürftige Menschen zu besuchen.

Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.“ Dieser Satz steht auch im Mittelpunkt des Projekts „Aufsuchende Seelsorge“, das am 18. Juni im Trauteum in Trautmannsdorf vorgestellt wurde.
„Gesundheit, Pflege und Einsamkeit sind wesentliche Themen der Region“, so analysiert die Landtagsabgeordnete Julia Majcan soziale Herausforderungen in der Region Südoststeiermark. Dies unterstreichend zitiert Margarete Klobassa, Regionalkoordinatorin der Katholischen Kirche Steiermark, Mutter Teresa: „Die schlimmste Armut ist die Einsamkeit.“ Auch wenn das Thema durch die Pandemie nochmals stärker zum Vorschein kam, gibt es viele Initiativen beziehungsweise Engagement der Menschen vor Ort: „Nachbarschaftshilfe wird bei uns groß geschrieben“, freut sich Bürgermeisterin Christine Siegel.

Aufsuchen und aufsammeln
Eine solche Initiative ist auch das Projekt „Aufsuchende Seelsorge“. Aufsuchend heißt, „sich zu jemandem, an einen bestimmten Ort zu begeben und Befindliches aufzusammeln“, erklärt Projektleiterin Michaela Baumgartner. Im Mittelpunkt steht dabei der besuchte Mensch, der wertgeschätzt, gewürdigt und geachtet werden soll, ganz im Sinne von Papst Franziskus, der von einer „Kirche, die aufmacht und hinausgeht, spricht“, so Baumgartner weiter. Im Fo­kus stehen Alleinstehende, Hochaltrige, Kranke und Pflegebedürftige. Aber auch jene, die diese betreuen. So ge­schieht ganzheitliche Seelsor­ge im Wohnzimmer der Menschen.
Diese Haltung auf den anderen und die andere hin wurde auch im Impuls von Bruno Almer, Referent für Liturgie in der Katholischen Kirche Steiermark, stark betont. Wichtig ist es dabei, „sich Zeit zu nehmen und in den anderen und die andere hineinzufühlen, um ihn oder sie zu lernen“, erklärt Almer. Dabei geht es um eine Begegnung auf Augenhöhe, wie der Theologe anhand der bekannten Geschichte der Emmaus-Jünger aus dem Lukas-Evangelium unterstrich. Wie dort geht es auch beim Besuch von Menschen darum, „nichts aufzudrängen und die Entscheidung über einen etwaigen Kontakt bei der anderen oder dem anderen zu lassen“, betont Almer.

Lehrgang ab Herbst 2021
Herzstück des Projekts „Aufsuchende Seelsorge“ ist ein Lehrgang, der in drei Modulen auf den Besuch bei Menschen vorbereiten soll. Neben einem Teil zum Thema Liturgie, der von Bruno Almer und Maria Pieberl-Hatz begleitet wird, gibt es auch noch Module zu den Themen „Seelsorgliches Gespräch“ und „System und ich“. Ziel ist es, freiwillig Engagierten einen „qualitativen Lehrgang anzubieten, der sie gut auf die Anforderungen des Besuchs von Menschen vorbereitet“, erklärt Michaela Baumgartner.
Der Lehrgang beginnt im September 2021. Interessierte können sich unter michaela.baumgartner@graz-seckau oder telefonisch unter 0676/87 42-69 15 melden.

Anton Tauschmann

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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