Häusliche Gewalt
Hilfe für Frauen und Kinder

Häusliche Gewalt verschärft sich durch die Corona-Krise.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bringen auch einen Anstieg der häuslichen Gewalt gegen Frauen mit sich: Darauf hat Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) und Leiterin der Frauenhelpline, in einem Interview mit der Ko-
operationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen hingewiesen.
Für gewaltbetroffene Frauen sei es wegen des Corona-bedingten Rückzugs ins Eigenheim schwieriger geworden, allein zu telefonieren oder eine Flucht ins Frauenhaus vorzubereiten, so die AÖF-Geschäftsführerin. Helfen könnten nun auch Nachbarn, die ebenfalls mehr zu Hause seien. „Wenn sie rechtzeitig Zivilcourage an den Tag legen und die Polizei einschalten, dann können sie schwere häusliche Gewalt verhindern“, plädierte die Expertin. Gleichzeitig rät sie Nachbarn auch dazu, darauf zu achten, dass sie selbst genug Schutz haben.
Frauen und Kinder seien in der aktuellen Krisensituation in einer schwächeren Position als gewalttätige Männer, „weil sie oft nicht wissen, wie sie flüchten oder Hilfe bekommen können, wenn der Partner, Ehemann oder Vater die ganze Zeit zu Hause ist“, erläuterte Rösslhumer. Auch beengte Wohnverhältnisse und fehlende Rückzugsräume würden Konflikte verstärken.

Unterstützung fänden Betroffene unter anderem bei der Frauenhelpline, die sie in einem Moment, „wo sie allein sind – beim Einkaufen oder beim Gang zur Apotheke“, kontaktieren könnten, so Rösslhumer. Zusätzlich gebe es eine Onlineberatung via www.haltdergewalt.at – „Wenn das nicht möglich ist, gelingt es eventuell, die Nachbarn zu bitten, die Polizei zu verständigen oder im Frauenhaus anzurufen“, so der Rat der Expertin.
Besonders verletzlich seien Kinder: „Sie sind die Schwächsten im Bild und können sich nicht wehren.“ Rösslhumer weiter: „Die Kinder lieben in der Regel beide Elternteile, sie wollen, dass die Gewalt aufhört und dass sich endlich alles beruhigt.“ Mit einer eigenen Kinderwebsite zu häuslicher Gewalt www.gewalt-ist-nie-ok.at wolle man sie erreichen und über anonyme Hilfe informieren.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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