MEIN GARTEN | SonntagsblattPLUS, 25. April 2021
Wild und kreativ

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Der Naturgarten – ein Mehr-Sterne-Ressort für Nützlinge.

Wenn es brummt und summt, kreucht und fleucht, dann ist der Garten ganz richtig. Die ökologische Vielfalt, die Buntheit, die Wildheit – das macht einen richtigen Garten aus.
Wo die Gartengestaltung noch vor zehn oder 20 Jahren viel zugepflastert und überall Folie draufgegeben hat, dort stehen jetzt Nistkästen, Nützlingshotels, wilde Haufen und Steinhaufen für Echsen und Co. Ein herrliches Miteinander. Wo es Nützlinge gibt, dort gibt es auch Schädlinge und umgekehrt.
Das ökologische Gleichgewicht stellt sich nach einiger Zeit ein. Achtung: Chemische Waffen sind verboten. Giftige Spritzmittel oder Düngemittel haben in einem biologischen Garten nichts verloren.
Bauen Sie Überwinterungshilfen, und stellen Sie ein gutes Nahrungsangebot für Ihre Helfer zur Verfügung. Die einfachste Sache ist natürlich ein Nützlingshotel. Das kauft man sich. Am besten in guter Qualität. Alles unter 19,90 Euro funktioniert nicht. Der Ton soll glatt sein. Die Baumscheiben dürfen keine Risse haben. Die Löcher für die Wildbienen müssen sauber sein. Sonst ziehen sie gar nicht ein. Stämme und Holzschnitten aus Ulme, Ahorn, Walnuss oder Buche sind besonders geeignet.
Mit ein paar liegengelassenen Haufen – sogenannten Totholzhecken – bieten Sie Käfern und Co. Platz. Bei der Benjeshecke werden Pfeiler in den Boden gegeben, sodass es ein Zaunelement ersetzt. Und zwischen-hinein werden alle Äste des Gartens gelegt. Von unten her verrottet alles. Oben kann nachgelegt werden. Ein fantastisches Versteck. Zaunkönig und Zauneidechse lieben altes Gestrüpp. Die wilden Bereiche sind auch für Igel und Kröten ein beliebter Ort. Je dichter, umso besser. Auch Vögel können hier ihre Nistplätze bauen.
Angelika Ertl

Tiere im Naturgarten
Gärtnerinnen und Gärtner kennen die Marienkäfer als Blattlausfresser. Die Blattlauslöwen sind dort, wo die Vielfalt der Blumen ist. Auch die Glühwürmchen sind ein wichtiger Bestandteil des Naturgartens. Sie fühlen sich an Naturwiesenrändern am wohlsten. Auch die Florfliegenlarven und Ohrwürmer sind wunderbare Helferlein im Garten. Für sie kann man aus einem Tontopf eine Behausung machen. Dazu einen Tontopf mit der Holzwolle befüllen und mit einer Schnur auf einem Ast aufhängen.Lassen Sie sich verzaubern vom Naturgarten. Er bietet unendliche Möglichkeiten für Kreativität mit spielerischem Einsatz.

Für Sie gelesen

Fräulein Grüns Wohlfühlkräuter
Karina Reichl, 18,50 Euro, Integral Verlag

Wussten Sie, dass das zarte Gänseblümchen eine wahre Powerpflanze ist, die Willenskraft und Vitalität stärkt? Dass Lavendelblüten verblüffend gut gegen innere Unruhe und Schlafstörungen wirken? Die Natur hält zahlreiche Schätze bereit, die uns helfen, seelische Verstimmungen wirksam zu lindern. Wie wir sie nutzen können, erfahren wir von der erfolgreichsten Kräuter-Bloggerin im deutschsprachigen Raum.

Frag Angelika

Der Naturgarten bietet Platz für alle.
Angelika Ertl, Biogärtnerin

Wie verhält es sich mit Rasen und Ökologie?
Rasenflächen nehmen im Hausgarten oft eine beachtlich große Fläche ein. Viel schöner ist es doch, einen Teil der Wiese mit Blumen-, Wiesen-Mischungen oder Kräuterrasen „zu opfern“.Diese Fläche braucht noch wenig Wasser. Und das ständige Mähen sparen Sie sich auch.
Das Gartenbild mit ökologischem Mehrwert verändert sich natürlich. Verabschieden Sie sich am besten von einem übergepflegten grünen Teppich, der aussieht wie eine Plastikmatte.
Je mehr Artenvielfalt, umso besser. Mit Stauden und Sträuchern können Sie Schmetterlinge, Hummeln, Wildbienen und Bienen magisch anziehen.
Je offener die Blüte, umso besser. Der Pollen ist die große Leibspeise.
Gerade Kräuter spielen hier eine wichtige Rolle, zum Beispiel Basilikum, Majoran, Oregano, Winterheckenzwiebel, Quendel und Salbei.
Im Internet werden mittlerweile auch regionale Wildblumenmischungen angeboten. Wichtig ist hierbei Geduld. Manchmal brauchen Wildblumenwiesen vier bis fünf oder auch sechs Jahre! Ein- bis zweimal im Jahr sollte gemäht und das Material abgetragen werden. Wildblumenmischungen lieben magere Böden.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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