Apropos Gesundheit
Wie erkenne ich Demenz?

Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern stellt auch Krankenhäuser, Pflegeheime und Angehörige vor Herausforderungen.  | Foto: Ocskay Bence/AdobeStock
2Bilder
  • Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern stellt auch Krankenhäuser, Pflegeheime und Angehörige vor Herausforderungen.
  • Foto: Ocskay Bence/AdobeStock
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Auf diese Warnsignale können Zu- und Angehörige achten.

Demenzerkrankungen, darunter Alzheimer, zählen zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Allein in Österreich sind etwa 170.000 Menschen betroffen – Tendenz steigend. Ein wesentlicher Faktor, um die Erkrankung zu verzögern oder das Lebensumfeld bestmöglich zu gestalten, ist die frühzeitige Erkennung kognitiver Einbußen.

Von Demenz zu unterscheiden ist etwa eine „normale“ Altersvergesslichkeit. „Das bedeutet, dass ein älterer Mensch, der etwas vergisst, sich später daran erinnern kann. Bei einem Menschen mit Demenz kommt die Erinnerung eher nicht mehr zurück“, sagt Kerstin Lanegger, Demenzbeauftragte bei den Elisabethinen Graz, und bringt Beispiele: „Wenn Menschen etwa im Frühstadium der Demenz Notizzettel verwenden und vieles beschriften, aber trotzdem Termine vergessen, obwohl sie früher sehr verlässlich waren.

Wenn sie oft Dinge verlegen und diese an sonderbaren Orten wiederfinden, etwa im Kühlschrank. Ein Indiz ist auch die mangelnde Konzentration bei bisher gewohnten Handlungen – wenn zum Beispiel der Kuchen, der ein ganzes Leben lang problemlos ohne Rezept gebacken werden konnte, nicht mehr gelingt, weil Zutaten vergessen oder doppelt hinzugefügt wurden. Wenn solche Dinge auffallen, ist es unbedingt an der Zeit, das abklären zu lassen.“ Auch plötzlich vernachlässigte Körperhygiene oder Orientierungsprobleme in vertrauter Umgebung sind Warnsignale. Deshalb sollten sich im Verdachtsfall auch Zu- und Angehörige ernsthaft mit Demenzerkrankungen auseinandersetzen.

14 Risikofaktoren für Demenz

Die genauen Ursachen von Demenzerkrankungen sind bislang nicht vollständig geklärt, es gibt aber Risikofaktoren. Nicht beeinflussbare Faktoren sind Alter, Genetik und Geschlecht (Frauen sind häufiger betroffen). Daneben gibt es wichtige beeinflussbare Faktoren, durch die bis zu 45 Prozent aller Demenz­erkrankungen vermieden oder hinausgezögert werden könnten. 14 davon sind im Report der Lancet-Kommission für Demenzprävention, -intervention und -pflege rund um die Wissenschafterin Gill Livingston
und ihr Team zusammengefasst:

1. Geringe Bildung (geistige Anregung im Alltag und Beruf schützt das Gehirn)
2. Eingeschränkte Hörfähigkeit (weniger Reize für das Gehirn – daher Hörgeräte nutzen)
3. Hoher Cholesterinspiegel
4. Depressionen (die deshalb immer behandelt werden sollten)
5. Kopfverletzungen (auch durch Sport)
6. Bewegungsmangel
7. Typ-2-Diabetes (einer der am besten belegten Risikofaktoren für Demenz)
8. Rauchen
9. Bluthochdruck
10. Starkes Übergewicht
11. Übermäßiger Alkoholkonsum
12. Soziale Isolation und Einsamkeit
13. Luftverschmutzung (vor allem Feinstaub)
14. Nachlassendes Sehvermögen (Sehen ist geistige Anregung – Sehhilfen nutzen)

◉ Infos unter: alzheimer-forschung.de/demenz/risikofaktoren

„Ganzheitlich“

Betreuung von Erkrankten
Worauf kommt es bei der Betreuung von Menschen mit Demenz an?
Menschen in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen – nicht als Summe ihrer Defizite, sondern als Summe ihrer Möglichkeiten, Kompetenzen und Ressourcen.

Das bedeutet konkret?
Statt starren Strukturen werden Pflege- und Betreuungsprozesse an die Patientinnen und Patienten angepasst – zum Beispiel durch adaptierte Orientierungssysteme, etwa Zimmertüren mit Piktogrammen, eine sogenannte Demenzbox auf jeder Station und die Vermeidung langer Wartezeiten bei Aufnahmen und Untersuchungen.

Dafür wird auch das Personal speziell geschult?
Ja, denn die Vermittlung von Wissen für alle Berufsgruppen im Krankenhaus, die an der Patientenversorgung beteiligt sind, ist ein wichtiger Aspekt.

Tipp: Der aktuelle Podcast „Lebenswerk“ zum Thema Demenzbegleitung unter: www.ordensspitaeler.at

DGKP Hannelore Schwaiger

Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern stellt auch Krankenhäuser, Pflegeheime und Angehörige vor Herausforderungen.  | Foto: Ocskay Bence/AdobeStock
DGKP Hannelore Schwaiger, Leiterin des Projekts „Demenz im Krankenhaus“, Marienkrankenhaus Vorau (St) | Foto: Marienkrankenhaus Vorau
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ