Familie
Lebensräume sichern
- Streuobstwiesen sind wertvolle heimische Lebensräume für viele
Tier- und Pflanzenarten – darunter die seltene Zwergohreule oder den Ilzer Rosenapfel. - Foto: Gudrun Fuss
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Auf Streuobstwiesen wachsen alte und hochstämmige Obstbäume.
Der Landschaftstypus Streuobstwiese eignet sich hervorragend für den Obstanbau, jedoch ebenso für die Grünlandnutzung. Weiters wird er gerne als Heuwiese und auch als Weide für Tiere – vor allem Schafe oder Ziegen – genutzt und extensiv bewirtschaftet. In der Regel bilden der Verzicht auf Pestizide und intensive Plantagenbewirtschaftung sowie die Durchführung einer späten Mahd das Fundament für diesen Artenreichtum. Damit steht die Streuobstwiese im Kontrast zu anderen Obstbewirtschaftungsformen mit typischem Reihenanbau, die maximale Ernteerträge verfolgen.
Die Streuobstwiese zählt zu den artenreichsten Wiesentypen, die in der extensiven Landwirtschaft zu finden sind. Sie dient – nicht zuletzt aufgrund ihres alten Obstbaumbestands – als vielseitiger Lebensraum für eine unglaubliche Menge an Arten. Bestäuber besuchen Obstblüten und diverse Blumen, Käfer nutzen die Höhlen alter Bäume, frische Krautpflanzen dienen Schmetterlingen als Nahrung, und die Insektenvielfalt steht ganz oben auf dem Speiseplan zahlreicher Vogelarten.
So sind Streuobstwiesen wahre Biodiversitätshotspots, die neben der Natur auch für den Menschen von großem Nutzen sind – aufgrund der oft alten Obstsorten sowie der Gewinnung von Heu bzw. Tierprodukten aus der Weidenutzung. Ebenso sind die meist blumen- und bienenreichen Wiesen für die Honiggewinnung von Bedeutung.
naturschutzbund.at
Der Ilzer Rosenapfel
Als ursprüngliche Regionalsorte aus der Oststeiermark gilt der Ilzer Rosenapfel heute als Rarität, da er durch die industrielle Landwirtschaft fast vollständig von modernen Erwerbssorten verdrängt wurde. Seine besondere Bedeutung liegt in der natürlichen Resistenz gegen Krankheiten sowie seiner Funktion als wertvoller Genpool für die Züchtung klimaresilienter Obstbäume.
Die Früchte sind klein bis mittelgroß mit einer glatten, glänzenden Schale. Die Grundfarbe ist gelb-grün, überzogen von einer typisch rosa bis dunkelroten Deckfarbe. Der Ilzer Rosenapfel ist ideal als Tafelobst, für Säfte, Most, Strudel oder Spezialitäten wie Apfelkren.
Für Sie gelesen
Daily Passion – Leben in der
Südsteiermark
Heidi Schlatte/Martina Schmid
Österr. Literaturgesellschaft
Dieses Buch fängt die Südsteiermark in all ihrer Schönheit, Herzlichkeit und Lebendigkeit ein. Entdecken Sie kulinarische Schätze, die einfache Zutaten zu Festen der Sinne werden lassen. Im Buch finden sich nicht nur Geschichten, sondern auch Rezepte, die den Geschmack und die Seele dieser Region in die Küche bringen.
Nachgedacht
Refugium für Wiedehopf & Co
Wer Streuobstgärten, Naturwiesen und klein strukturierte Kulturlandschaften pflegt, schützt vom Aussterben bedrohte Brutvögel und hilft dabei, diese wieder heimisch zu machen:
- Wiedehopf
- Foto: M. Plöckinger
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Der Wiedehopf lässt sich zur Rast auf mageren Wiesen und kurzrasigen Viehweiden nieder. Wichtig ist ein lockerer Baumbestand; häufig sind es alte Streuobstwiesen und kleine Feldgehölze, die neben Deckung ein hohes Angebot an Fäulnis- und Spechthöhlen als Brutplatz bieten.
- Zwergohreule
- Foto: Alberich
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Die Zwergohreule gilt als stark gefährdet und bevorzugt klein strukturierte, baumreiche, halboffene Landschaften mit extensiver Nutzung als Lebensraum. Als Höhlenbrüter ist sie auf das Vorhandensein von größeren Baumhöhlen oder Nistkästen angewiesen. Für das Weibchen entscheidend ist eine hohe Verfügbarkeit an Einzelbäumen als Ansitzwarten während der Brutzeit.
- Wendehals
- Foto: pixabay
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Auch der Wendehals, ein gut getarnter Specht, der sich selbst keine Höhlen zimmern kann, ist auf vorhandene Höhlen oder Nistkästen in Streuobstwiesen angewiesen. Darüber hinaus bevorzugt der Langstreckenzieher eine bestimmte Dichte an Wiesenameisennestern, wärmebegünstigte, besonnte und südexponierte Hänge, offenen Boden, freie Böschungen, spät gemähte Wiesen sowie nicht asphaltierte Wege zur Nahrungssuche.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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