MEIN GARTEN | SonntagsblattPLUS, 28. Mai 2023
Jeder Quadratmeter zählt

Kornblumen, Bocksbart, Salbei, Glockenblumen, Labkraut, Mohn oder Hornklee sind wichtige Blumen für eine Wildblumenwiese. | Foto: pixabay
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  • Kornblumen, Bocksbart, Salbei, Glockenblumen, Labkraut, Mohn oder Hornklee sind wichtige Blumen für eine Wildblumenwiese.
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Blumenwiese: Blütenreichtum und Farbenwelt.
Blumenwiesen sind in aller Munde, und allein die Erinnerung daran, als Kinder Blumen von einer Blumenwiese gepflückt zu haben, ist herrlich. Ich komme da immer ins Schwärmen, wenn ich an die Flockenblumen oder Glockenblumen denke, an den Sauerampfer, auf dem ich gekaut habe vor Guster, oder auch der Wiesensalbei. Nicht dass ich etwas gegen Löwenzahn habe – ganz im Gegenteil, er ist wunderbar –, aber er ist auch ein Charakteristikum für Fettwiesen, das heißt gedüngte Wiesen für mehr Futterschnitt.
Das ist auch verständlich, und dennoch sollten wir immer wieder überlegen, wo wir wieder eine Blumenwiese anlegen könnten. In Gemeinden, auf Verkehrsinseln – es gibt viele ungenutzte Flächen.
Jeder Quadratmeter zählt. Die Frage ist, ob wir so viel Rasen brauchen im Garten, oder wo kann eine Blumenwiese ab heuer sein? Es ist ein back to the roots, wenn es um blühende und wildere Flächen geht – und ein wichtiger Beitrag für die Vielfalt.
Rund 90 Prozent der artenreichsten Wiesen sind in den letzten 60 Jahren Verbauung zum Opfer gefallen. Wir hatten das alle nicht „am Radar“, dass so viel damit kaputt geht, eventuell unwiederbringlich.
Erster Schritt für eine Blumenwiese im eigenen Garten: Eine geeignete, besonnte oder halbschattige Fläche wird gänzlich von Bewuchs befreit und die Grasnarbe völlig abgehoben – am besten mit einem Spaten. Mit einer kleinen Fräse ist die Lockerung möglich, bei einer kleinen Fläche geht das Umgraben und Auflockern auch mit einer Gartenkralle. Wichtig ist, dass die alten Pflanzen und der Grasbestand völlig austrocknen. Wenn Wurzelunkräuter auf der Fläche sind, unbedingt ausjäten.
Angelika Ertl

Wann wird gemäht?
Wildblumenwiesen machen nicht besonders viel Arbeit und müssen maximal zwei Mal im Jahr gemäht werden – einmal im Sommer und ein zweites Mal im Herbst. Dafür eignen sich am besten Sensen und Wiesenmäher.
Bei der sogenannten Mahd in den Monaten Juli und August geht es darum, ausgereifte Samenstände auf der Wiese zu verteilen und so die Selbstaussaat vieler Pflanzen zu unterstützen.
Die gemähten Pflanzenteile bleiben einige Zeit zum Trocknen liegen und sollten ab und zu gewendet werden, damit sich die Saat gut verteilt.

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Jeder Blumenquadratmeter ist ein wichtiger Beitrag und ein Zeichen nach außen.

Ich habe ein Platzerl für eine Blumenwiese frei – wie starte ich?

Da es heuer so kalt war, eignet sich Anfang Juni für die Aussaat sehr.
Weitere Schritte. Direktsaat: Wildblumenwiesen-Samenmischungen für den entsprechenden Standort wählen (feucht, trocken, schattig , sonnig …). Auf den offenen Boden aussäen. Das Saatgut in der empfohlenen Menge mit ein wenig Sand vermischen, damit das Saatgut gleichmäßig auf den Boden fällt und leichter ausgestreut wird. 5 bis 8 Gramm pro Quadratmeter reichen aus. Nicht zuviel Saatgut verwenden, eher später nachsäen, falls zu wenig keimt.
Die Blumen sind meist Lichtkeimer. Daher wird der Same angedrückt, aber nicht mit Erde überdeckt. Mit einer kleinen Walze, Brettern oder der Schaufel wird das Saatgut angedrückt. Die Keimung der gesäten Wiesenblumen-Mischung erfolgt nach 4 bis 8 Wochen. Meist keinem zuerst die Gräser, dann die Blumen.
Wichtig hier – die Geduld.
Die Ansaat darf nicht gedüngt werden.
Tipp: Mischen Sie beim Fräsen oder beim Auflockern mit der Gartenkralle Sand mit ein. Je magerer die Fläche ist, umso mehr Artenvielfalt hat eine Chance.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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