MEIN GARTEN | SonntagsblattPLUS, 31. Oktober 2021
Gärten im Wandel

Ein naturnaher Garten wird auch nach den Bedürfnissen der Tierwelt geplant und überzeugt mit natürlicher Ästhetik.
3Bilder
  • Ein naturnaher Garten wird auch nach den Bedürfnissen der Tierwelt geplant und überzeugt mit natürlicher Ästhetik.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Mit jedem Gärtner entstehen Gartenformen.
Es gibt Gartenmoden … die Gärten sind immer im Wandel und in Veränderung.
Gerade in den letzten 20 Jahren ging alles rascher als je zuvor. Die Entwicklung der Technik wie das Artensterben – alles geht schneller, und auch die Gärten verändern sich rasch … und unterliegen Trends und der Tatsache, dass das Naturgärtnern ein wichtiger Bestandteil des Artenschutzes und des Klimawandels ist.
Nach 800 Gartentipps mache ich mir ein Resümee! Chemische Düngung und giftige Mittel waren in den Hausgärten und in den Gärtnereien daily business.
Überzüchtete Pflanzen waren im Trend, und ausländisches Neues war gerne gesehen.
Die Pflanzen, die wir selbst eingesetzt haben, waren willkommen, Wildkräuter wurden rasch ausgerissen, denn sie passten nicht in unser Konzept und wurden lieblos „Unkraut“ getauft. Also schnell weg damit, bevor es die Nachbarin sieht und wir eine üble Nachrede haben, dass wir einen ungepflegten Garten haben.
Wir redeten von Natur, aber machten alles untertan und entfernten das, was nicht geplant war!
Die Spaltung der Gärten merkt und sieht man genau so wie die Spaltung der Gesellschaft. Die einen putzen und kämmen die Gärten, verwenden Folien und Steine …, um möglichst wenig Arbeit zu haben.
Andere sind auf den Zug der Natur aufgestiegen und merken langsam, dass die Gärten völlig neu konzipiert und gedacht werden dürfen, damit Mutter Erde auch Raum bekommt.
Die Natur ist wild, lebendig, voller Tiere, voller Möglichkeiten für Unterschlupf. Genau so wie wir eine Behausung brauchen, brauchen das auch die Tiere ...
Angelika Ertl

Heimisch und natürlich
Die Ästhetik eines Naturgartens ist eine ganz andere als die eines konventionellen Gartens.
Gearbeitet wird mit heimischen Pflanzen und natürlichen Materialien. Blumenwiesen bieten Behausungen und Nahrung. In Naturgärten gibt es immer wieder Überraschungen.
Also starten Sie damit, und sparen Sie heuer das viele Schneiden aus … Lassen Sie den Tieren die Behausung, und mulchen Sie die Gartenflächen mit Laub oder gehäckseltem Gartenmaterial. Verzichten Sie auf chemische Mittel – das ist schon ein guter Start.

FÜR SIE GELESEN

Angelikas bunte Kräuterwelt
Angelika Ertl, 38,50 Euro Oliva Verlag

In ihrem bereits dritten Buch widmet sich ORF-Biogärtnerin Angelika Ertl ihrem wahren Herzensthema: Kräutern und Blüten. Darin beschreibt sie „Charakterprofile“ und Verwendungsmöglichkeiten von über 40 Kräutern und Wildkräutern sowie 25 essbaren Blüten und serviert dazu rund 40 Rezepte für die wilde Kräuterküche.
Bestellungen: angelikaertl.at/shop/

Neues Gärtnern bedeutet,
die Kreisläufe der Natur zu verstehen
und in den Garten zu integrieren.

Lebendige Naturgärten
Die Permakultur ist ein fantastisches Werkzeug. Doch viele denken: Ach mei – das ist ja das wilde Gärtnern, das wird eine Gstättn …
Aber die Permakultur ist viel mehr, sie ist ein Konzept der Verbindung des Menschen mit der Natur.
Derzeit sagen wir oft UMWELT und trennen uns davon, dabei sind wir MITWELT und mitten drin.
In Naturgärten zählt das Biologische, das Lebendige! Hier ist viel Gestaltung möglich – man holt sich das Vorbild Natur in den Garten, anstatt alles zu glätten. Bienen auf den Blüten mit den Pollenbeinen; die Raupen, die ein bisschen an den Blumen fressen; die Schmetterlinge, Spinnen ... Die Laufkäfer, die in den Grashalmen überwintern, die nicht im Herbst geschnitten werden; die Fledermäuse, die auf Insektenjagd gehen, und die Glühwürmchen, die sich in Wildblumenwiesen wohl fühlen.
Wir können nur staunen ...
Es muss nicht immer eine Naturkatastrophe oder ein zertifizierter Gärtner sein, die einen neuen Trend ausmachen – es können Menschen sein, die einen guten und sanften Blick auf die Natur haben und Zusammenhänge erkennen.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen