Familie
Erfüllt leben im Alter

Interessiert und aktiv bleiben – auch im hohen Alter, zum 
Beispiel in der LIMA-Gruppe in St. Radegund.
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  • Interessiert und aktiv bleiben – auch im hohen Alter, zum
    Beispiel in der LIMA-Gruppe in St. Radegund.
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Älter werden und selbstbestimmt bleiben.

Welche Bilder haben wir im Kopf, wenn wir an hochaltrige Menschen (ab 80/85 Jahre) denken? Sehen wir eher die Verluste, die körperlich mit höherem Alter kommen können? Blenden wir hiermit nicht die sozialen Aspekte aus? Sprachwissenschaftlich geht es beim Thema Alter um Wachstum und Reifung, um die Wichtigkeit, Altern als lebenslangen Prozess zu begreifen, der Gewinne, Chancen, Verluste und Risiken mit sich bringt.
Menschen im höheren Alter wollen differenzierter wahrgenommen werden. Sie sind Individuen, die alle ihre eigenen Lebensgeschichten mitbringen, ihre Erfahrung und Umgangsweisen, die es ihnen ermöglichten, ihr Leben zu meistern. Differenzierte Altersbilder geben die Möglichkeit, ältere Menschen individuell wahrzunehmen und ihre kreativen und produktiven Seiten zu erkennen und zu nutzen. Welche Angebote wollen und brauchen ältere Menschen, um selbstbestimmt leben zu können, was möchten sie gerne mitgestalten? Wo möchten sie mitwirken, wo braucht es Unterstützung?
Wir haben eine hohe Lebenserwartung und leben lange relativ gesund und unabhängig (Frauen haben durchschnittlich 3,7 Jahre in schlechtem Allgemeinzustand, Männer 2,7 Jahre). Diese „gewonnenen Jahre“ sollten auch genutzt werden. Es braucht neue Angebote für hochaltrige Menschen, um sie in ihrer Teilhabe an der Gesellschaft und in ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen. Der Lehrgang „Erfüllt leben im Alter“ (siehe unten) möchte dazu einen Beitrag leisten.

Gerhild Hirzberger

Sei frech und frei und wunderbar
Das Katholische Bildungswerk, die Fachstelle für Seelsorge und Diakonie und der Umfassende Schutz für das Leben haben den Lehrgang „Sei frech und wild und wunderbar – Erfüllt leben im Alter“ entwickelt, um die Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit der hochaltrigen Menschen zu fördern.
Der Lehrgang startet am 20. November und umfasst vier Module.
Dieser Lehrgang richtet sich an Personen, die bereits mit hochaltrigen Menschen ehrenamtlich oder hauptberuflich arbeiten.
Nähere Informationen im Katholischen Bildungswerk unter: https://bildung.graz-seckau.at/ oder Tel. (0 31 6) 8041-345.


Für Sie gelesen

Geht es Ihnen auch so? Beim Nachdenken über Vergangenes, Gegenwärtiges oder Zukünftiges fällt Ihnen ein, mit Gott darüber zu sprechen. Die Betrachtungen und Gebete in diesem Buch unterstützen dabei und regen an, alles zum Thema zu machen, was ältere Menschen beschäftigt. Weil auch gemeinsames Beten guttut,
finden sich zudem viele Vorschläge für das Bitten und Danken in einer Seniorenrunde.

Ich komme zu dir, Herr
Hanns Sauter, 14,95
Euro Tyrolia Verlag


ZUM NACHDENKEN

Neugierig bleiben!
Im Leben gibt es immer wieder Einschnitte, bei denen ich innehalte, vieles Revue passieren lasse und auch vorausschaue – meine bevorstehende Pensionierung ist so einer. Ich beschäftige mich beruflich derzeit noch in der Angehörigenberatung der Caritas mit älteren Menschen und deren Angehörigen. Mir ist es wichtig, Alter nicht nur negativ – z. B. als Belastung – zu sehen, sondern die Vielschichtigkeit und Fähigkeiten älterer Menschen wahrzunehmen.
Für mein eigenes Altern sind mir zwei Menschen große Vorbilder, die trotz körperlicher Einschränkungen vieles auch noch im hohen Alter bewirkt haben, beide sind um die 95 Jahre alt geworden. Ein Vorbild ist Erika Horn, die mir in meiner Ausbildung in der Altenarbeit ein sehr breites Bild von älteren Menschen mitgegeben hat, das mich in meinem beruflichen Tun sehr prägte. Auch noch im hohen Alter war Erika Horn sehr kritisch und hat auf viele Dinge hingewiesen, die ihr wichtig waren.
Das zweite Vorbild ist mein Vater, der sein ganzes Leben mit Veränderungen und Verlusten so annehmend und reifend umgegangen ist. Beide meiner Vorbilder waren immer interessiert an ihrem Gegenüber, an jüngeren Menschen, am Zeitgeschehen und sind nie in ihren Meinungen und Ansichten stehen geblieben.
Vorausschauend auf mein eigenes hohes Alter wünsche ich mir Menschen, die mich in meiner Selbstbestimmtheit unterstützen, mich als Individuum wahrnehmen und mir auch die Unterstützung geben, die ich vielleicht einmal brauchen werde.

Die Autorin ist Gerontologin und Erwachsenenbildnerin. 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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