Familie
Die unsichtbare Last
- Im Urlaub verspricht ein voller Rucksack Abenteuer – der „Gedankenrucksack“ im Alltag kann aber schnell zur Last werden.
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Mental-Load. Was hat die Fastenzeit damit zu tun?
Der bewusste Verzicht auf Dinge, die einem nicht guttun – für viele steht das in der Fastenzeit im Mittelpunkt. Dabei geht es meist um Dinge wie Süßigkeiten oder Alkohol, aber auch um Ideen wie einen Verzicht aufs Jammern.
Beim Nachdenken über das Thema Fasten kam mir in den Sinn: Ich würde gerne auf das „Sich-Sorgen-Machen“ oder das „Sich-für-alles-zuständig-Fühlen“ verzichten.
Also den gesamten sogenannten Mental-Load (mentale Last) über Bord werfen und mich frei fühlen.
Das ist aber nicht nur für mich persönlich, sondern für die meisten Frauen mit Familien gar nicht möglich. Warum? Weil Frauen den Großteil der Sorgearbeit – also alles, was mit Haushalt, Kinderpflege und Kindererziehung zu tun hat – übernehmen und damit auch den Mental-Load, also die Denkarbeit hinter den täglichen Aufgaben. Denn nicht nur das Kochen selbst muss erledigt werden, sondern es muss auch jemand daran denken, was und wann für das Kochen eingekauft werden soll.
Die ungleiche Verteilung bei Sorgearbeit und Mental-Load führt dazu, dass (vor allem) Frauen einer großen Belastung ausgesetzt sind.
Wie wir das ändern können? Der erste Schritt: Sich des Themas bewusst werden und wahrnehmen, wie viel unsichtbare Arbeit geleistet wird. Und dann: gemeinsam Strategien entwickeln für mehr Entlastung und eine bessere Aufteilung.
Julia Rust
Lehrgang: Achtsamkeit – Im Moment kraftvoll leben
Inhalte des Lehrgangs: Entspannung durch Bewegung, Kunst der Akzeptanz, Entscheidungsfindung, Techniken zur Steigerung der Kommunikation, Achtsamkeit und Spiritualität u.v.m.
Sechs Module, Mai bis Oktober 2025, jeweils Freitag, 17 bis 21 Uhr und Samstag, 9 bis 17 Uhr Praxistag/Wahlmodule jeweils Fr./Sa. 9 bis 17 Uhr
◉ Infos und Anmeldung:
Katholischen Bildungswerk: Tel. 0316/8041 345
Unterstützt mit Innovationsmitteln der Diözese Graz-Seckau.
Für Sie gelesen:
Raus aus der Mental-Load-Falle
Patricia Cammarata
Verlag Beltz
Kinder, Küche, Krisenmanagement. Ob sie wollen oder nicht: Immer noch erledigen Mütter einen Großteil der Familienarbeit. Patricia Cammarata beschreibt konkrete Auswege aus der Mental-Load-Falle. Zuständigkeiten gerecht verteilen, Aufgaben loslassen, Freiräume schaffen und vor allem als Paar die Energie darauf verwenden, füreinander da zu sein – das löst langfristig den Knoten.
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Nachgedacht
Ausprobieren!
Es gibt viele Möglichkeiten, die Aufgaben und Zuständigkeiten innerhalb der Familie besser und gleichmäßiger aufzuteilen. Eine spannende Methode ist die „Mama-Papa-Zuständigkeits-Umkehr.“ Klingt ein bisschen kompliziert, ist aber ganz einfach. Worum geht es? Da in den meisten Familien die Mütter in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt eines Kindes sehr präsent sind, lernen Kinder: „Aha, diese Person reagiert auf meine Bedürfnisse.“ Daraus entsteht später ein „Wenn ich Mama rufe, kümmert sich jemand um mich.“
Damit die Mama zuhause aber eben nicht automatisch für alles zuständig ist, kann man folgendes ausprobieren: Wenn das Kind „Mama“ ruft und der Papa ist ebenfalls in Hörreichweite, dann soll er (nach Absprache natürlich!) auf das Kind reagieren und sich um die Bedürfnisse kümmern – ganz egal ob spielen, kuscheln, einen Apfel aufschneiden oder eine Frage beantworten. Wer das eine Zeit lang bewusst umsetzt, kann beobachten wie sich die Dynamik innerhalb der Familie verändert.
Diese Methode kann ganz viel zur Mama-Entlastung beitragen und gleichzeitig die Familie enger zusammenwachsen lassen.
Julia Rust
Elternbildnerin im Katholischen Bildungswerk.
julia.rust@graz-seckau.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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