Auf Sorgen eingehen

Gestärkte Eltern geben ihren Kindern Halt, den sie jetzt brauchen.
  • Gestärkte Eltern geben ihren Kindern Halt, den sie jetzt brauchen.
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Rainbows zeigt, wie Kinder vor Überforderung geschützt werden.

Eltern sollten offen auf die Fragen, Ängste und Sorgen ihrer Kinder eingehen und sie mit altersgerechten Worten auf dem Laufenden halten, um sie an der derzeitigen gesellschaftlichen Lage teilhaben zu lassen. So können die Kinder auch die Maßnahmen, die der Eindämmung des Virus dienen, besser verstehen und mittragen. Das verringert ihre Unsicherheit und das Gefühl der Hilflosig-
keit.
Eltern, die ständig besorgt die neuesten Nachrichten verfolgen und aufgeregt telefonieren, verunsichern auch ihre Kinder, denn Angst ist ansteckend! Da braucht es klare, nicht dramatisierende Erklärungen.
Kinder brauchen nun die besondere Aufmerksamkeit ihrer Familie und einfühlsames Verständnis. „Auch sollten getrennte Paare unbedingt davon Gebrauch machen, dass auch jetzt Kontakte zu dem Elternteil, mit dem die Kinder nicht zusammen leben, ausdrücklich erlaubt sind – natürlich unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen“, betont Ursula Molitschnig, Leiterin von Rainbows-Steiermark. Das kann in Zeiten von Homeoffice für alle Familienmitglieder eine Entlastung und Abwechslung sein. Es macht auch Sinn, die Kontaktregelungen für die nächsten Wochen so abzustimmen, dass sie für alle Beteiligten gut passen.
Eltern wird empfohlen, in diesem veränderten Alltag nach Möglichkeiten zu suchen, in denen sie ihren Kindern Struktur und gemeinsame Rituale bieten. Zusammen lesen, Musik, Spiele, malen und basteln tun allen gut.
Info: Rainbows, Tel. (0 31 6) 67 87 83, E-Mail: molitschnig@stmk.rainbows.at

ZUM NACHDENKEN
Gemeinsame Krisenbewältigung

Eine Krise, so wie wir sie jetzt erleben, kann das seelische Gleichgewicht gehörig erschüttern. Es gilt, sich verstärkt um die Kinder und Jugendlichen zu kümmern und Warnsignale zu erkennen.
Kinder und Jugendliche, die die Trennung ihrer Eltern erlebt haben, haben in ihrem Leben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass sie auf eine Entscheidung, die auch ihr Leben direkt betrifft, keinen Einfluss haben. Das führt zu Unsicherheit, Ängstlichkeit, Hilflosigkeit und dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Auch Kinder und Jugendliche, die den Tod eines nahestehenden Menschen erlebt haben, kennen diese Gefühle gut.
In der derzeitigen Lebenssituation können sich unterschiedliche Trauer- und Wutreaktionen, Verlustängste oder andere diffuse Ängste verstärkt äußern. Auch die Sorge um Familienmitglieder, die man nicht sehen darf, kann wachsen. Solche Reaktionen werden normalerweise auch im sozialen Umfeld außerhalb der Familie sichtbar.
Jetzt, da sich aber das ganze soziale Leben in den eigenen vier Wänden abspielt, fallen trauerfreie Räume wie Schule, Sport- und Freizeitaktivitäten weg, die den Kindern und Jugendlichen sonst zusätzlichen Rahmen, Struktur und Sicherheit bieten. Die Reaktionen zeigen sich nun nur in der Familie, was zu verstärkten Herausforderungen im Zusammenleben führt. Da ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben!
Auch Bewegung soll nicht zu kurz kommen, denn diese verbessert das Wohlbefinden und ermöglicht auch ein Abreagieren. Das können zum Beispiel Fitness-Challenges in der Familie sein. Es ist aber auch wichtig, sich zu Hause Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, denn jeder braucht seinen ganz persönlichen Freiraum!

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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