13. Sonntag i. JK: Helene Renner
Mut zum Frieden

Die „Knotted Gun“, der „verknotete Revolver“, vor dem UN-Hauptquartier in New York. | Foto: Wikimedia Commons
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  • Die „Knotted Gun“, der „verknotete Revolver“, vor dem UN-Hauptquartier in New York.
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Eine von Kriegen gezeichnete friedlose Welt umgibt uns. Scheinbar hat sich über Jahrtausende nichts geändert. Wollen die Menschen keinen Frieden? Glaubt man noch immer, dass Krieg die Lösung aller Probleme ist? Lernen die Menschen nichts aus schlimmen Erfahrungen? Muss man da nicht mutlos werden? Und doch spricht Jesus in dieser Situation von der Ernte, die groß ist und für die Erntehelfer und Erntehelferinnen gesucht werden. In unserem menschlichen Denken wäre es doch logisch, dass Menschen gesucht werden, die Felder bestellen, pflegen und umsorgen, damit eine Ernte überhaupt möglich wird.

Doch die Ernte ist reif, sagt Jesus, die Herrschaft Gottes ist da! Diese sichtbar und wirksam werden zu lassen, ist die Aufgabe derer, die Jesus nachfolgen, aller, die sich Christen nennen. Gott sucht über alle Zeiten hinweg Frauen und Männer, die bereit sind, die Botschaft vom nahen Gottesreich weiter zu sagen.

Nach der Aussendung der Zwölf sucht der Herr 72 andere Jünger aus und sendet sie zu zweit überall dorthin, wo er selbst hinkommen will. 72 ist die Zahl der in der Antike bekannten Völker, es soll also alle die Kunde von Jesus, dem Messias, erreichen. Die Boten sollen das „Feld“ bereiten für die Botschaft Jesu. Wie Schafe unter die Wölfe werden sie gesendet. Ein bedrohliches Bild, wir wissen doch, wie so eine Begegnung enden kann.

Erschwerend dazu sollen sie ohne Ausrüstung, ohne Vorräte, ohne Geld, ja sogar ohne Schuhe gehen, obwohl ihnen Skorpione und Schlangen begegnen werden. Sie werden zu zweit gehen, sich gegenseitig Stütze und Hilfe sein, auch weil das Zeugnis von zwei Personen öffentlich anerkannt wird und dadurch die Wichtigkeit unterstreicht.

Alles, was sie mitbringen, ist der Friede Gottes, der wie ein Strom zu den Völkern geleitet wird und Trost bringt (Jesaja). Diesen Frieden sollen sie den Hausgemeinschaften als erstes anbieten, Friede als Anknüpfungspunkt für ihre Verkündigung. Danach dürfen sie die Gastfreundschaft in den Häusern annehmen. Wo Friede angenommen wird, ist Begegnung möglich. Wo die Boten aufgenommen werden, wird sich Friede ausbreiten, Kranke werden geheilt und Dämonen verschwinden. So wird es sein, wenn das Gottesreich nahe bei den Menschen ist. Wo Ablehnung geschieht, kann Gottes Gnade nicht wirken, obwohl sie nahe ist. Die Herrschaft Gottes anzuerkennen, bedeutet Heilung, sie abzulehnen bringt das Gericht, das soll nicht verschwiegen werden, sondern laut verkündet. Gott drängt sich nicht auf, die Entscheidung liegt bei den Menschen, bei jeder und jedem einzelnen.

Heute sind wir gefragt, was wir tun, um Gottes Ernte einzubringen. Lassen wir uns aussenden, auch wenn wir wie Schafe unter die Wölfe geraten? Heute wird wohl hier bei uns niemand „zerrissen“, doch verspottet und lächerlich gemacht wird schnell. Die Botschaft Jesu ist heute genau so aktuell wie vor 2.000 Jahren.

Die Sehnsucht nach Frieden ist überall spürbar, doch viele finden nicht mehr den Weg zur Quelle, aus der dieser kommt. Es ist unsere Aufgabe, Wege zu zeigen, Dämonen, die Falsches verkünden, zu vertreiben, den Menschen um uns Gottes heilende Nähe zu verkünden. Auch wir müssen wie die Jünger damals vieles zurücklassen, was belastet und behindert: Unser Sicherheitsdenken, unseren Wohlstand, unser Vermögen, aber auch unsere Unsicherheit, unsere Ängste. Vielleicht müssen wir auch einmal barfuß gehen, um den Boden unter den Füssen zu spüren, auf dem wir leben. Wenn wir sehen, dass die befreiende Botschaft Jesu ankommt, werden auch wir voll Freude erzählen dürfen und erkennen, Gott ist mit uns. Diese Freude wird auch durch dunkle Stunden tragen, denn Nachfolge Jesu bedeutet nicht nur Frohsinn und Glück, wonach heute alle streben, Nachfolge Jesu ist auch der Weg zum Kreuz, zu Leid und Ablehnung. Mit dem Auferstandenen dürfen wir uns dann freuen, dass unsere Namen im Himmel bekannt sind, wir einmal dort erwartet werden und ewiger Friede eintritt. Das ist der wahre Freudengrund!


Autorin Helli Renner


Die Gedanken zum Evangelium für diesen Sonntag schreibt Helene Renner. Sie ist in der Pfarre Pöchlarn u. a. im Pfarrgemeinderat sowie als Lektorin und Kommunionspenderin tätig. Viele Jahre war sie Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung und Vizepräsidentin der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten sowie stv. Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs.

Die „Knotted Gun“, der „verknotete Revolver“, vor dem UN-Hauptquartier in New York. | Foto: Wikimedia Commons
Helene Renner | Foto: zVg
Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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