27. Sonntag 2026: Bischof Alfredo Schäffler
Frucht bringen für Gott und den Nächsten

Das größte Geschenk, das man jemandem machen kann, ist, demjenigen die Frohbotschaft Christi zu bringen.  | Foto: unsplash / Sebastian Dumitru
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  • Das größte Geschenk, das man jemandem machen kann, ist, demjenigen die Frohbotschaft Christi zu bringen.
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Jesus bringt im Evangelium immer wieder Beispiele, die für die Zuhörer lebensnah und vertraut sind. Es wird erwartet, dass wir Früchte tragen, Ergebnisse aufzeigen, den Lebensstil ändern. Unsere Christusnachfolge so zu gestalten, dass auch andere motiviert werden, Jesus Christus nachzufolgen.

Das heutige Gleichnis stellt die Frage nach dem Ernteertrag. Nicht Eigentümer, sondern Pächter waren sie. Ist dies nicht auch eine Frage an jeden von uns: Wir haben unser Leben nicht gekauft, es ist ein Geschenk Gottes. Wir haben nichts mitgebracht und können nichts mitnehmen. Und doch, so lange wir leben, streiten manche um das, was ihnen nicht gehört.

Will der Herr mit diesem Gleichnis nicht die Frage stellen, ob wir uns für Eigentümer unseres Lebens halten oder ob wir es als Geschenk betrachten? Sehen wir das uns geschenkte Leben als Privateigentum, werden wir blind und taub vor dem Schrei der von Blut gezeichneten Menschheit. Das Leben ist ein Geschenk, das uns anvertraut wurde, um es für andere Menschen zu leben. Wer nur an sich denkt, von sich redet und mit sich selbst beschäftigt ist, wird klein und unzufrieden. Der Ertrag für das Geschenk unseres Lebens können dann nur leere Hände sein.

Mission als Geschenk

Die Jünger verstanden es, den Auftrag des Herrn zu erfüllen und zogen in die damals bekannte Welt, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Das größte Geschenk, das man einem Menschen geben kann, ist immer die Frohbotschaft Christi. Mission ist nicht eine der vielen Aufgaben der Kirche. Wir sind nur Kirche Christi, wenn wir eine missionarische Kirche sind. Gestern und heute ist es Jesus Christus, der den Auftrag gibt: „Geht hin und macht alle Völker zu meinen Jüngern!“ (Mt 28,19 )

Vor 60 Jahren verließ ich meine Heimat Waidhofen im schönen Ybbstal. Mit einem Frachtschiff fuhr ich von Hamburg wochenlang bis zur Amazonasmündung in Belém. Mein Bischof, den ich durch das Fernsehen kennenlernte, stand abends am Kai und hat mich liebevoll empfangen.Viele Kisten und Koffer hatte man mir auf den Weg mitgegeben. Als ich am nächsten Tag nach meinem Gepäck fragte, erfuhr ich, dass dies im Hafen von Fortaleza, circa 1.500 km entfernt, in einem anderem Frachtschiff landen wird. Als ich dann dorthin kam, um mein Gepäck zu empfangen, waren die Kisten und Koffer alle leer. Da habe ich verstanden, was der Herr den Jüngern sagte, als er sie aussandte: „Nehmt nichts mit auf den Weg, ... kein Geld und kein zweites Hemd …“ (Lk 9,3)

Wir sind berufen, durch unser Leben die Liebe Gottes allen Menschen zu bringen.

Als ich nach einigen Jahren zur Priesterweihe kam, hatte ich keinen Talar. Mein Bischof, ein Franziskaner, hatte einen alten abgelegten grauen Talar, den er mir schenkte. Ich habe ihn schwarz färben lassen und am Vorabend meiner Weihe mit einer Tintenfeder die Knöpfe alle noch schwarz angestrichen. Der Talar war etwas kurz, hat aber zur Priesterweihe gereicht. Als Missionar lernt man, sich über das zu freuen, was der Herr einem jeden Tag schenkt, und nicht zu träumen von dem, was man nicht haben wird. Lässt man das Denken an Eigentum und Besitz los, wird man frei für Gott und den Nächsten.

Papst Leo XIV. sagt uns: „Jeden Tag müssen wir lernen, mit Gottes Gnade unsere Brüder und Schwestern immer mehr mit den Augen des Glaubens zu sehen, mit Freude das Gute zu erkennen, das der Heilige Geist in jedem wirkt, die Verschiedenheit als Reichtum anzunehmen, die Lasten der anderen zu tragen und immer die Einheit zu suchen, die von oben kommt. “

Wir sind berufen, durch unser Leben die Liebe Gottes allen Menschen zu bringen, gerade den Ärmsten und Bedürftigen.

Hundert Jahre sind es heuer, dass Papst Pius XI. den Weltmissions-Sonntag ins Leben rief. Wieviel neues Leben ist durch diese Ini-tiative in unserer Kirche entstanden! Möge die Feier des Weltmissions-Sonntags (18. Oktober) unseren Glauben wieder neu mit Freude und Überzeugung entfachen.

Das größte Geschenk, das man jemandem machen kann, ist, demjenigen die Frohbotschaft Christi zu bringen.  | Foto: unsplash / Sebastian Dumitru
Bischof em. Alfredo Schäffler | Foto: Wolfgang Zarl
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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