Vor 120 Jahren
Weihejubiläum: Statue in Theras erinnert an Priester

Familie Dundler vor der Herz Jesu-Statue in Theras, die anlässlich der Priesterweihe von Johann Gieler vor 120 Jahren geweiht wurde.
  • Familie Dundler vor der Herz Jesu-Statue in Theras, die anlässlich der Priesterweihe von Johann Gieler vor 120 Jahren geweiht wurde.
  • Foto: Othmar Nowak
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Theras. „Sieh an dies Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat“ – dieser Spruch ziert die Ostseite des HerzJesu-Denkmals im 270-Einwohner Ort Theras im östlichen Waldviertel. 1901 ließ das Wirtschaftsbesitzer-Ehepaar Franz und Katharina Gieler in der Nähe ihres Hauses das Denkmal errichten. Ihr einziger Sohn Johann Gieler hatte beschlossen, Priester zu werden. Mit dem Denkmal wollten sie ihre Dankbarkeit für die Berufswahl ihres Sohnes ausdrücken. Johann selbst weihte das Denkmal als Neupriester an seinem Primiztag, dem 4. August 1901, also vor 120 Jahren.

Johann Gieler wurde 1876 geboren. Nach der Matura am Stiftsgymnasium Seitenstetten trat er in das Zisterzienserstift Wilhering ein, in das die Pfarre Theras seit 1291 eingegliedert ist. Dort erhielt Johann den Ordensnamen Frater Bernhard. Er studierte Theologie in St. Florian und wechselte anschließend in das St. Pöltner Priesterseminar. Johann Gieler wurde am 28. Juli 1901 zum Weltpriester geweiht. Er wirkte in St. Oswald, Oberpölla, Amstetten, Gars und in Eggenburg. Der Priester starb am 8. April 1914 an einer Anämie. Auf seinem Totenbett äußerte er den Wunsch, dass die Herz Jesu-Statue als Grabstein auf seiner Grabstätte aufgestellt werde. Diesem Wunsch wurde von seiner Familie entsprochen. Am 12. April wurde er in Theras im Familiengrab beigesetzt. Eine Kopie der Statue wurde nachgefertigt. Sie wurde – anstelle des Originals – auf einem kunstvollen Sockel aufgestellt. Das Denkmal wird seither in Ehren gehalten und traditionell auch als Altar zu Fronleichnam genutzt. Zurzeit betreut und pflegt Familie Dundler aus Theras die Herz Jesu-Statue.

Erich Gschweidl aus Hollabrunn, ein ehemaliger Theraser, hat „Kirche bunt“ jenes Gedicht gesendet, das der Neugeweihte selbst verfasst hat und das von seiner jüngsten Schwester anlässlich der Segnung der Statue vorgetragen wurde. In der dritten von neun Strophen heißt es: „O muss dein Herz nicht heiligfroh erbeben / In süßem Glück, in hoher Seligkeit? / Gott hat sein höchstes Erbe dir gegeben, / zu seinem Priester hat er dich geweiht.“

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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