Lilienfelder Abt Pius Maurer in "Mein Hobby"
Abwechslung zum Abtsein: Forschen in Archiven

Pius Maurer, Abt von Stift Lilienfeld
  • Pius Maurer, Abt von Stift Lilienfeld
  • Foto: Stift Lilienfeld
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Wenn der Abt von Lilienfeld, P. Pius Maurer, länger mit dem Zug fährt, liest er gerne die Comics von Asterix und Obelix, wie er „Kirche bunt“ verrät. „Die Leute schmunzeln dann manchmal, wenn sie mich damit im Habit sehen, aber das stört mich nicht“, so der Zisterzienser, der auch als Pfarrer in Traisen wirkt. Er könnte die Geschichten über die gallischen Helden auch in lateinischer Sprache – die Hauptgegner von Asterix und Obelix waren ja die Römer – lesen. Lateinkenntnisse braucht er auch, um einer seiner Leidenschaften nachzugehen: dem Erforschen der Biografien von Persönlichkeiten aus dem Zisterzienserorden aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Er habe, so der Abt, in der Schule einen guten Latein- sowie Griechischunterricht gehabt. Das helfe, erklärt der 1971 geborene Unterdürnbacher. Interessant sei es, über die Alltagssorgen von damals zu lesen. Für geringfügige Regelübertretungen in der Liturgie habe man früher gebeichtet oder sich entschuldigt. Aber die Ordensleute von früher hätten auch viele Botschaften für uns heute: etwa wieder Frieden nach einem Streit herzustellen. Auch die Priorität von Glauben und Gebet imponiert Pius Maurer. „Die Vergangenheit kommuniziert also mit uns“, zeigt sich der Zisterzienser überzeugt, der seit 2019 dem Stift Lilienfeld vorsteht.

Auch wenn er als Klosterverantwortlicher und Pfarrer viel Arbeit hat, zieht es P. Pius immer wieder gerne in die vatikanischen Archive, um seiner Leidenschaft nachzugehen. Der Ordensmann sieht das als Abwechslung vom Alltag. Im Vatikanischen Apos­tolischen Archiv – bis vor kurzem hieß es Vatikanisches Geheimarchiv – gebe es eine einzigartige Atmosphäre. Man werde dabei auch ständig beobachtet. Der Priester mag es, in Hunderten von Dokumenten, die er bei Besuchen ausheben lässt, zu seiner Zisterzienserkongregation zu forschen und zu stöbern. Immer wieder komme es zu „Aha-Effekten“. Viele kleine spannende Erfolge würden ihm oft große Freude bereiten. Kürzlich habe er in den Dokumenten über Ordensleute etwa einen Brief des heiligen Don Bosco gefunden.

Abt Pius Maurer ist überzeugt: „Geschichte kann uns viel lehren: positive Glaubensvorbilder und Handlungsanweisungen.“ Dazwischen tue aber die leichte Lektüre von Asterix und Obelix ganz gut.

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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