Coronapandemie: Drastische Maßnahmen in Diözese St. Pölten
Welle der Nächstenliebe in unserer Diözese

Papst Franziskus betet vor dem ,,Pestkreuz" in der Kirche San Marcello al Corso in Rom.
  • Papst Franziskus betet vor dem ,,Pestkreuz" in der Kirche San Marcello al Corso in Rom.
  • Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
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Es waren eindrückliche Bilder, die am 15. März aus Rom kamen: Papst Franziskus unterwegs in den Straßen der italienischen Hauptstadt auf dem Weg zu einem wundertätigen Kreuz, um ein Ende der weltweiten Corona-Epidemie zu erflehen (Foto oben rechts). Das in der Kirche San Marcello al Corso aufbewahrte mittelalterliche Kruzifix wurde im Pestjahr 1522 durch Rom getragen. Der Überlieferung nach endete die Seuche, als das Kreuz nach 16-tägigen Prozessionen Sankt Peter erreichte.

Zuvor rief der Papst die Katholiken angesichts der Coronakrise auf, den Wert der Gemeinschaft wiederzuentdecken. Er wandte sich an alle Alleinstehenden und beschwor: „Vereint mit Chris­tus sind wir nie allein.“ Der Papst er­innerte an die Gemeinschaft im Gebet, aber auch an die sogenannte „geistige Kommunion“ für alle jene, denen der physische Empfang der Eucharistie nicht möglich ist. „Wenn Sie, zutiefst vom Wunsch nach dem Sakrament geleitet und im Gebet mit der ganzen Kirche vereint, den Herrn anrufen und ihre Herzen zu ihm erheben, haben Sie in der Kraft des Heiligen Geistes Gemeinschaft mit der Kirche, die der lebendige Leib Christi ist, und mit dem Herrn selbst.“

In immer mehr Ländern der Welt können wegen strikter Vorgaben im Kampf gegen das Coronavirus keine öffentlichen Gottesdienste mehr abgehalten werden: Nach Italien oder Österreich ist das u. a. auch in Deutschland, Spanien, Griechenland, aber auch in Ländern in Asien, Amerika oder in Afrika der Fall. So haben etwa die katholischen Kirchenleitungen in Malaysia, Singapur, Hongkong oder in der philippinischen Hauptstadt Manila wegen des SARS-CoV-2 öffentliche Gottesfeiern bis auf Weiteres eingestellt.

Auch in Österreich wurden die Vorgaben in allen Diözesen verschärft. Per Erlass, der am 16. März in Kraft trat, bestimmte Bischof Alois Schwarz u. a., dass in der Diözese St. Pölten alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt werden und dass alle pfarrlichen und überpfarrlichen Veranstaltungen in den Pfarren – unabhängig von der Anzahl der Beteiligten – abgesagt werden müssen.

Gleichzeitig appellierte der Bischof in einem Brief an die Priester, täglich die Messe ohne Gemeinde zu zelebrieren und die Kirchen und Kapellen in der Diözese für das persönliche Gebet offen zu halten. Mit dem Beten sollen „Sorgen und Ängs­te der Menschen vor Gott“ gebracht werden, so der Bischof. Besonders eingeschlossen werden sollen in das Gebet „alle kranken Menschen und jene, die ohne Hoffnung auf Genesung sind, alle jene Menschen, die besonders mit dem Risiko einer Erkrankung konfrontiert sind, und die Menschen in Pflege, Medizin, die Blaulichtorganisa­tionen, die derzeit jeden Sicherheitsabstand überwinden, um konkret zu helfen, sowie alle in Politik und Kirche, die derzeit verantwortungsvolle Entscheidungen treffen müssen und alle Menschen, die mit den besonderen Herausforderungen in dieser Zeit leben“, so der Bischof.

Wie kreativ in unseren Pfarren mit der Coronakrise umgegangen wird, lesen Sie auf den Seiten 12 und 13 dieser Ausgabe. In vielen Pfarren haben sich Nachbarschaftshilfen entwickelt, um etwa ältere oder kranke Menschen mit dem Notwendigs­ten zu versorgen. Die Diözese St. Pölten fasst unter dem Hashtag #WIRSINDDA alle Angebote, Ideen, Informationen und Nachrichten rund um die Herausforderung während der Präventionsmaßnahmen zusammen.

Gemeinsam mit Familien-Landesrätin Christiane Teschl- Hofmeister ruft Bischof Alois Schwarz zur Nachbarschaftshilfe ohne körperliche Begegnung auf. Die Landesrätin und der Bischof appellieren an die Bürger, das gu­te Pfarrnetzwerk in der Diözese zu nutzen. „Besonders die Pfarrgemeinschaften in unserem Bundesland beherbergen ein großes Potenzial an Solidarität und Mitmenschlichkeit. Eine Bereitschaft zur Hilfe und gegenseitigen Unterstützung, die es dringend braucht. Besonders ältere Menschen brauchen nun unseren Schutz und Hilfe.“

Caritas und Telefonseelsorge

Die Caritas der Diözese St. Pölten appelliert ebenfalls an alle Bürger, sich aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gegenseitig zu unterstützen und rief das Projekt #TeamNächstenliebe ins Leben. Es brauche, so Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Solidarität
jedes und jeder einzelnen – vor allem in der unmittelbaren Nachbarschaft. Gerade wer jung und gesund ist, könne jenen, die Hilfe bedürfen – unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen –, unterstützen. Nähere Infos dazu unter: www.teamnächstenliebe.at.

Die Diözese St. Pölten verweist zudem auf die Telefonseelsorge, die unter der Nummer 142 rund um die Uhr kostenlos erreichbar ist. Wie Susanne Rasinger, Leiterin der Telefonseelsorge, berichtet, merke man jetzt durchaus eine gesteigerte Anzahl von Anrufen. Neben den Herausforderungen des Lebens komme nun die Thematik der umfangreichen Einschränkungen des Lebens hinzu und natürlich Sorgen, die damit verbunden sind. Corona ist in jedem Gespräch Thema, so Rasinger. Sie betont: „Wir sind auf jeden Fall erreichbar, das ist sichergestellt.“

Autor:

Sonja Planitzer aus Niederösterreich | Kirche bunt

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