Worte von Bischof Alois Schwarz
„Den Augen fern, nicht dem Herzen“

Bischof Alois Schwarz

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir treten mit dem Palmsonntag ein in die Heilige Woche, die Karwoche. Eine außergewöhnliche, eine besondere Fastenzeit liegt hinter uns – und eine Zeit großer Veränderungen und Herausforderungen liegt wohl weiter vor uns. In diese Zeit hinein feiern wir das große Fest der Christen: Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Dieses Fest wird heuer auf ganz andere Art und Weise gefeiert werden, als wir es kennen, als es uns vertraut ist, es selbstverständlich war. Wir sind aufgerufen, gemeinsam, aber ohne physische Begegnung verbunden zu sein, in unseren Familien oder allein, die Kartage zu begehen und Ostern zu feiern.

Auch mir als Bischof, auch uns Priestern fehlt die konkrete, physische Gemeinschaft als Volk Gottes. Uns fehlen heuer die Feiern in der Versammlung der Brüder und Schwes­tern in unseren Kirchen. Sie gehen mir ab. Trotzdem sind und bleiben wir „Eins in Chris­tus“, wir bleiben im Gebet verbunden. Der erste Brief an die Thessalonicher macht diese Situation mit den Worten „den Augen fern, nicht dem Herzen“ (1 Thess 2,17) sehr berührend fest.
Das Gebet in den Häusern und im kleinen Kreis – stellvertretend – in den Pfarrkirchen wird jetzt zum großen Netzwerk der Solidarität mit allen, die sich um Kranke sorgen, ihnen als Ärzte oder Pflegepersonal beistehen. In meinem Gebet denke ich an alle, die Verantwortung tragen. Dabei möchte ich nicht vergessen, dass sich viele aufopfernd sorgen für andere.

Für die Feier der Karwoche finden Sie in dieser aktuellen Ausgabe von „Kirche bunt“ Vorschläge, wie Sie Ostern daheim feiern können. Für den Palmsonntag bitte ich Sie, dass Sie heuer Ihre Palmzweige selbst in den Familien und Häusern segnen. Sie finden dazu in „Kirche bunt“ ein Segensgebet. Auch für die anderen Tage bis Ostern sind die Texte und Anregungen hilfreich für Ihre Feier daheim. Sie sind, wenn Sie beten, mit allen anderen verbunden. In den Kirchen haben wir das im Großen festgemacht, woran sich Menschen auch im Kleinen, im Häuslichen immer orientiert haben: ein religiöses Bild, ein fixer Ort oder Platz, ein kleiner Altar, eine Kerze. Nehmen Sie sich Zeit, herauszutreten aus dem Alltag.

Für den Karfreitag lade ich ein, das Kreuz in Ihrem Haus ganz besonders in den Blick zu nehmen. Begleiten wir Jesus an seinem Sterbetag, den er für uns erträgt. Segnen Sie dann auch in der Osternacht Ihre Osterkerze, die Ihnen das Licht der Auferstehung schenken kann. Dafür und für die Segnung des Speisenkorbes zu Ostern finden Sie auch in „Kirche bunt“ ein Segensgebet. Gerne lade ich Sie auch ein, die Feiern aus der Domkirche mitzufeiern.
Papst Franziskus sagte dieser Tage: „Wir haben Hoffnung: Durch sein Kreuz sind wir geheilt und umarmt worden, damit nichts und niemand uns von seiner erlösenden Liebe trennen kann. Inmitten der Isolation, in der wir unter einem Mangel an Zuneigung und Begegnungen leiden und den Mangel an vielen Dingen erleben, lasst uns erneut die Botschaft hören, die uns rettet: Er ist auferstanden und lebt unter uns. Der Herr ruft uns von seinem Kreuz aus auf, das Leben, das uns erwartet, wieder zu entdecken, auf die zu schauen, die uns brauchen, und die Gnade, die in uns wohnt, zu stärken, zu erkennen und zu ermutigen. Löschen wir die kleine Flamme nicht aus (vgl. Jes 42,3), die niemals erlischt, und tun wir alles, dass sie die Hoffnung wieder entfacht.“

Daran glauben wir, darauf hoffen wir. Ich hoffe, dass wir bald nach Ostern wieder in großer Gemeinschaft miteinander feiern können. Jetzt aber sind wir als Gebetsgemeinschaft und mit vielen neuen Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe einander verbunden.

Die Beilage kann unter dem Button ,,Pfarren" und ,,Downloads“ runtergeladen werden: https://www.meinekirchenzeitung.at/s/niederoesterreich-kirche-bunt/download

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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