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GreenDeal: gemeinsam für eine nachhaltige Caritas
- Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger
- Foto: Caritas St. Pölten
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Um das selbst gesteckte Ziel der CO²-Neutralität zu erreichen, setzt die Caritas der Diözese St. Pölten seit Jahren auf den Ausbau CO²-freier Energie durch Photovoltaikanlagen und den Einsatz von Elektroautos. Im April 2025 wurde mit dem GreenDeal eine nachhaltige Investitionsmöglichkeit geschaffen, mit dem sich Interessierte am Projekt beteiligen können. Ein Interview mit Caritasdirektor Hannes Ziselsberger.
Was ist der GreenDeal eigentlich?
Hannes Ziselsberger: Der Caritas GreenDeal ist im Grunde ein Crowdfunding für ökologische Ziele. Es geht darum, die Caritas der Diözese St. Pölten noch rascher auf eine nachhaltige und CO₂-neutrale Energieversorgung umzustellen. Gleichzeitig möchten wir Menschen und Unternehmen, denen Umwelt- und Klimaschutz ein Anliegen sind, eine sinnvolle Beteiligungsmöglichkeit bieten. Wer der Caritas Kapital zur Verfügung stellt, unterstützt ganz konkret den Ausbau erneuerbarer Energie in unseren Einrichtungen. Dafür zahlen wir jährlich zwei Prozent Zinsen.
Wie läuft das Projekt?
Ziselsberger: Der Start war im April 2025. Seither erhielten wir bereits über 900.000 Euro an Darlehen. Das ist für uns ein starkes Zeichen des Vertrauens. Und es zeigt auch, dass vielen Menschen ein ökologischer Wandel am Herzen liegt. Das freut mich sehr, weil der GreenDeal deutlich macht, dass Klimaschutz gelingt, wenn viele gemeinsam Verantwortung übernehmen. In der aktuellen geopolitischen Situation bewährt sich dieses Engagement gesellschaftlich noch mehr.
Was konnte die Caritas mit dem Geld bisher umsetzen?
Ziselsberger: Besonders erfreulich ist, dass wir die Kosten für den Ausbau von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern im Jahr 2025 nahezu vollständig durch die Darlehen aus dem GreenDeal abdecken konnten. Viele unserer Einrichtungen können nun mehr als die Hälfte ihres jährlichen Strombedarfs mit Sonnenenergie decken. Für mich zeigt das sehr deutlich, wie sinnvoll dieses Projekt ist – ökologisch, wirtschaftlich und auch als Zeichen gelebter Solidarität.
Warum hat die Caritas dafür keinen Bankkredit aufgenommen? Das wäre doch einfacher gewesen, oder?
Ziselsberger: Das ist eine berechtigte Frage. Für viele Unternehmen ist ein Bankkredit tatsächlich der naheliegende Weg, weil er gut planbar ist. Uns war aber wichtig, den Menschen auch eine Form der Beteiligung zu ermöglichen. Lukas Polster, der zuständige Referent für den GreenDeal, erzählt mir immer wieder, dass genau dieser Aspekt sehr positiv aufgenommen wird. Viele Menschen finden es gut, ihr freies Kapital nicht einfach auf einem Konto liegen zu lassen, sondern es für etwas Sinnvolles einzusetzen. Gleichzeitig wollten wir auch Finanzierungskosten sparen. Bei Kreditverträgen fallen häufig Gebühren und Sicherstellungskosten an. Ein Crowdfunding ist hier überraschend unbürokratisch. Der GreenDeal kommt mit einem fünfseitigen Vertrag aus, der einfach und gut verständlich ist.
Aber irgendwann muss die Caritas das Geld auch wieder zurückzahlen, oder?
Ziselsberger: Ja, selbstverständlich. Die Caritas verpflichtet sich, das Kapital frühestens nach fünf Jahren wieder zu 100 Prozent zurückzuzahlen. Bis dahin sparen wir durch die Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher Energiekosten ein. Genau das war auch der Plan hinter dem GreenDeal. Neben einer ökologischen Investitionsmöglichkeit, die Energiekosten senkt, muss die Finanzierung auch so verantwortungsvoll wie möglich gestaltet werden.
Was waren die größten Herausforderungen bei diesem Projekt?
Ziselsberger: Die größte Ungewissheit war zu Beginn sicher die Frage, wie viel Geld wir tatsächlich sammeln können. Wir mussten eine Mindestsumme festlegen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden musste. Sonst wäre das Projekt wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Dazu kam, dass es auch intern gute Lösungen gebraucht hat – etwa in der Kommunikation, in der Buchhaltung und bei der Abwicklung dieses alternativen Finanzierungsmodells. Danach war es eine weitere Herausforderung, den GreenDeal möglichst kostengünstig bekannt zu machen.
Dank unseres Netzwerks in der PfarrCaritas, guter Kooperationen mit Werbetreibenden sowie durch Mundpropaganda ist das sehr gut gelungen. Besonders dankbar bin ich auch vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas, unseren Freiwilligen und Unterstützerinnen und Unterstützern. Viele haben sich selbst am Projekt beteiligt und mitgeholfen, diese Investitionsmöglichkeit weiter bekannt zu machen. Das zeigt, dass der GreenDeal nicht nur ein Finanzierungsmodell ist, sondern auch ein gemeinsames Projekt vieler Menschen, die Zukunft mitgestalten wollen.
Wo steht man jetzt und gibt es noch Ziele?
Ziselsberger: Ganz konkret wollen wir nun rasch die erste Million überspringen und freuen uns, wenn wir 2026 das mögliche Ziel von knapp zwei Millionen erreichen können. Denn wenn sich viele Menschen beteiligen können wir die Energiewende vorantreiben, Verantwortung für die Umwelt übernehmen, sinnvoll wirtschaften und gleichzeitig die ökologische Transformation im Sozialbereich erzielen.
Weitere Infos zum Caritas GreenDeal unter: www.caritas-stpoelten.at/greendeal
Autor:Sonja Planitzer aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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