Familie
Mit Kindern gärtnern

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Mit Lehm verschmierte Hände, Freude am wachsenden Leben und leuchtende Kinderaugen: Gärtnern macht Spaß! An der NMS Böheimkirchen bauen Schüler sogar Gemüse auf dem Feld an und untersuchen den Boden, die Grundlage allen Lebens.

Zehn Minuten von der Neuen Mittelschule Böheimkirchen entfernt befindet sich ein 100 Quadratmeter großes Feld mit einem alten, grün lackierten Wohnwagen darauf. Es ist in kleine Beete unterteilt, in der Mitte befindet sich ein kleiner Weg. Dahinter steckt ein Projekt der dritten Klassen der Schule: „BoWidL – BodenWissen durch Lernen“.

Was ist eine Mischkultur?
Im Herbst vergangenen Jahres begann Pädagogin Carmen Zuzzi, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das Feld aufzuarbeiten und die Erde zu lockern. Begleitet von Angelika Hromatka vom Institut für Bodenforschung der BOKU Wien untersuchten die Kinder den Boden, maßen die Temperatur und erstellten eine Klimatabelle.
Dann stand jede Menge Theorie auf dem Programm: „Wir setzten uns damit auseinander, was eine Mischkultur ist, welche Pflanzen man nebeneinandersetzen kann und was beispielsweise ein Starkzehrer ist“, erzählt Zuzzi. Im Frühling säten die Schüler Samen verschiedenster Ge­mü­sesorten wie Paprika, Kürbis, Tomaten, Kräuter und Bohnen aus und ziehen sie seither vor. Sogar die Wassermelone bekommt einen Platz auf dem Feld. Wenn es warm genug ist, wandert die Pädagogin mit den Kindern zum Feld, um die Pflanzen in die Erde einzupflanzen. Am Feld befindet sich bereits eine Hummel- und Bienenweide sowie Gründüngung. Die Vermieterin des Feldes, Marlene Kliment, legte zusätzlich einen Windschutzgürtel an.

Gemüse weiterverarbeiten und verkaufen
Im Wohnwagen bewahrt die Pädagogin Arbeitsmaterialien wie Schaufeln auf. Gemeinsam mit ihren Schülern möchte Zuzzi einen Zaun aus Paletten bauen und das geerntete Gemüse vor Ort im Wohnwagen weiterverarbeiten und auch haltbar machen. Geplant ist des Weiteren, das Gemüse am Wochenmarkt in Böheimkirchen zu verkaufen – und zwar schulstufenübergreifend von Schülern der Polytechnischen Schule, die sich mit der Neuen Mittelschule im selben Gebäude befindet.

Geduld und Respekt
Für die Jugendlichen sei das Projekt sehr spannend, erzählt Zuzzi. Von Anfang an waren sie überall mit dabei und zeichneten etwa einen Plan für das Feld. Für das Garten-Projekt gilt vor allem eines: Learning by doing. „Es gibt viele Aha-Erlebnisse, auch für mich. Es geht darum, die Natur zu erleben, zu fühlen und kennenzulernen“, sagt die Pädagogin. Gemeinsam mit Kindern zu garteln, sollte man sich einfach trauen, ergänzt sie. Denn durch das Arbeiten mit den Pflanzen und der Erde lernen sie, Verantwortung für die Pflanzen zu übernehmen und respektvoll damit umzugehen. Und: „Es ist ein wunderbares Gefühl für die Kinder, mit den Händen in der Erde herumzuwühlen.“ Und auch Geduld bringt das langsame Wachsen und Gedeihen der Pflanzen den Nachwuchs-Gärtnern bei.

Wo die Nahrung herkommt
An der NMS Böheimkirchen gibt es ab nächstem Schuljahr einen eigenen Schwerpunkt „Gesundheit & Nachhaltigkeit“, der sich beispielsweise mit regionaler und saisonaler Ernährung beschäftigt. Denn das Garteln zeigt den Kindern noch viel mehr auf. Carmen Zuzzi: „Die Schülerinnen und Schüler lernen, wo Nahrung herkommt und welche Arbeit dahintersteckt. Sie lernen, wieviel wir eigentlich davon wegwerfen. Und erkennen, wie wertvoll unsere Lebensmittel sind.“

So macht’s Spaß:

  • Gut geeignet für das Garteln mit Kindern sind süßes Naschobst wie Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren wie auch schnell wachsende Pflanzen wie Radieschen oder Kohlrabi, bei denen sich bald ein Erfolg einstellt – denn junge Gärtner haben in der Regel nicht so viel Geduld.
  • Kinder motiviert man für die Gartenarbeit unter anderem, wenn man sie – je nach Alter – Aufgaben wie Einpflanzen und Gießen übernehmen und sie mitentscheiden lässt, welche Pflanzen eingesetzt werden.
  • Dürfen Kinder die Verantwortung für ein eigenes kleines Beet oder eine Topfpflanze übernehmen, motiviert sie das ebenfalls. Wenn Kübel oder Töpfe mit dem Namen des Kindes beschriftet werden, stärkt das das Verantwortungsgefühl noch mehr.
  • Um mit Kindern zu gärtnern, braucht man nicht unbedingt einen Garten oder einen Balkon. Auch auf einer Fensterbank kann man Pflanzen ziehen und ernten. Im Garten lassen sich aber auch Tiere wunderbar beobachten.

Erwachsene sollten hin und wieder nach dem Beet schauen und z. B. gießend helfen.
Daniela Rittmannsberger

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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