Familie
Mädchen unterwegs im Netz

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Die sozialen Medien sind ein spannender Ort für junge Menschen. Ob Instagram, Tiktok oder Youtube: Besonders Mädchen verbringen viel Zeit im Internet beim Ausprobieren, Spielen, Erlebnisse-Austauschen und Sich-selbst-Darstellen. Das alles ist an sich ganz harmlos, hat jedoch auch Schattenseiten.

So bin ich im Internet
Seine eigene Identität zu finden, gehört zum Erwachsenwerden dazu. Junge Menschen stehen heute vor der Herausforderung, nicht nur im richtigen Leben ihre Identität zu entdecken, sondern parallel dazu auch im Internet eine „Online-Identität“ zu entwickeln. Hier gilt es aber genau hinzuschauen, was man „der Welt“ von sich preisgeben möchte, denn schließlich lesen nicht nur die Freunde mit, sondern auch Fremde. So werden Jugendliche, die Bilder von sich ins Netz stellen, manchmal für bestimmte Körpereigenschaften beleidigt oder beschämt („Bodyshaming“). Und hinter der neuen Bekanntschaft, die vorgibt, ein 12-jähriges Mädchen zu sein, kann ein Mann stecken, der Kinder und Jugendliche sexuell beläs­tigt. Keinesfalls sollten intime Fotos geteilt werden.

Mit Geringschätzung und Hass konfrontiert
Auch die Opfer von Mobbing und Hass im Netz sind zum Großteil weiblich, zeigen Studien. Grundsätzlich ist im Netz die Versuchung, gemein zu sein und andere zu beleidigen, größer als in der direkten Begegnung, und die sozialen Medien ziehen hasserfüllte und aggressive Menschen geradezu an. Zudem setzt sich gesellschaftliche Diskriminierung im Internet fort: Mädchen sind mit Sexismus konfrontiert, Migranten mit Rassismus usw. Die Geringschätzung von Mädchen zeigt sich z. B. dadurch, dass ihre Meinungen abgewertet bzw. nicht ernst genommen werden. Andere Taktiken sind, den Opfern die Schuld an Gewalt zuzuschieben oder den Wert von Frauen daran zu messen, wie attraktiv sie für Männer sind.
Angesichts der Fülle an Negativität im Netz ist es besonders wichtig, Lob und Zustimmung nicht nur durch Schweigen, sondern wortstark auszudrücken oder, wenn man sich das zutraut, Diskussionen in eine positive Richtung zu lenken. Wer Cybermobbing erfährt, sollte sich bewusst machen, dass er (oder sie) keine Schuld trägt: Mobbing kann jeden treffen! Experten raten dazu, sich unbedingt Hilfe zu holen und unangemessene Inhalte gegebenenfalls bei den Plattformbetreibern zu melden oder Anzeige zu erstatten. Mit aggressiven und hasserfüllten Internet-Nutzern sollte man nicht direkt kommunizieren, sondern mit anderen über sie sprechen und auf ihr Verhalten aufmerksam machen. Wer Zeuge von Mobbing wird, sollte die davon betroffenen Personen unterstützen, indem er ihnen schreibt.

In einer Scheinwelt
Mädchen begegnen im Netz, wie auch in anderen Medien, vielfach unrealistischen Schönheitsidealen, die Druck erzeugen und Minderwertigkeitsgefühle auslösen können. Zudem verkörpern viele Influencer einen luxuriösen und oberflächlichen Lebensstil. Kinder, die ihre ersten Schritte im Internet setzen, sollten sich bewusst machen, dass perfekt inszenierte Bilder und Videos eine Scheinwelt vorgaukeln und keine Wirk­lichkeit darstellen. Sich kreativen Input zu holen, ist gut. Sich zu vergleichen und jedem Trend hinterherzulaufen, kann sich hingegen negativ auf das Wohlbefinden auswirken. Mäd­chen sollen sich selbstbestimmt und sicher entfalten können – im richtigen Leben und im digitalen Netz.

Broschüre "Mädchen im Netz"
Welchen Gefahren Mädchen und junge Frauen im Internet ausgesetzt sind und wie sie auf unangenehme oder bedrohliche Situationen reagieren können, darüber informiert die Broschüre „Mädchen im Netz“, herausgegeben vom Städtebund zusammen mit den städtischen Frauenbeauftragten Österreichs. Dargestellt wird auch Fehlverhalten, das strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht.
Die Broschüre steht zum kos­tenlosen Download bereit unter https://www.saferinternet.at.

Autor:

Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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