BLICK_WINKEL
Spiegel waren nicht immer „brilliant“

In seinem Wappen prangt der Rabe, er verweist auf die Marktgemeinde Rabenstein an der Pielach (NÖ). Die Rede ist von Franz Kardinal König, am vergangenen Sonntag wäre er 120 Jahre alt geworden. Die Pfarre dort feiert ihren weltgewandten und doch so gottergebenen Sohn am Sonntag, den 10. August mit einem Festgottesdienst um 9 Uhr. Falls sich meine Leser:innen noch kurzfristig zu einem Ausflug entschließen: Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst ist gemütliches Beisammensein für alle bei Speis und Trank. Es mag auch verlocken, dass der wirklich erlebenswerte Kardinal König-Gedenkraum an diesem Tag geöffnet ist!

Ich selber war exakt an seinem 120. Geburtstag in die kleine Weinviertler Kapelle in der Ortschaft Dürnleis zu einem Gottesdienst eingeladen, ihm stand Walter Reichel vor, in seiner Pfarre befindet sich eine sehenswerte Gedenksäule für den großen Versöhner zwischen den gesellschaftlichen Lagern im Nachkriegsösterreich. Reichel wies in der Predigt auf den Umstand hin, dass Papst Franziskus am 9. Todestag von König (13. März 2013) zum Kirchenoberhaupt gewählt worden war und unterstrich die geistige Verwandtschaft zwischen den beiden Persönlichkeiten, vor allem in deren ausdrücklicher Neigung zu Hinhören und Dialog. Das Kirchlein von Dürnleis ist übrigens geprägt von einer Darstellung der Muttergottes, einer Kopie der Ikone „Heil des römischen Volkes“, die Franziskus häufig besucht und neben der er in der Hauptkirche „Maria Maggiore“ auch begraben werden wollte. Die Feier war organsiert von Königs langjähriger Sekretärin und Wegbegleiterin bis zu seinem Ende, Annemarie Fenzl. Mitgefeiert (und tatkräftig bei der Agape engagiert) war übrigens jene große Familie aus Vietnam, die König in den 1960er-Jahren nach ihrer Flucht in seinem Erzbischöflichen Palais in Wien aufgenommen hatte und wohnen ließ.

Die Bibel gibt uns manchesmal ein Rätsel auf. Das darf nicht wundern, denn ihre Text sind uralt und sie basieren auf einem Verständnis von Leben und Zusammenleben, das seither einem gewaltigen Wandel unterlegen ist. Auch zog sich die Abfassung der Hl. Schrift über einen Zeitraum von über tausend Jahren hin und es war eine große Anzahl von Autoren daran beteiligt. Den Umständen oder auch den Alltagsgegenständen, auf die sich die Bibel bezieht, müssen wir uns mit Klugheit annähern. Das gelang mir kürzlich bei einem Besuch im „Deutschen Museum“ in München. Als ich dort, als Teil der unglaublichen Sammlung, Handspiegel aus der Antike sah (siehe „Bild der Woche“, unten) musste ich sofort an den Apostel Paulus denken: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, / dann aber werde ich durch und durch erkennen...“ (1 Kor 13,12).

So leicht lässt sich also mit ein bisschen Wissen ein auf den ersten Blick störender Widerspruch auflösen. Wissen lohnt sich. Lesen lohnt sich. Das Gespräch mit Fachleuten (etwa ein kluger Geistlicher) lohnt sich. Mir lohnen sich die gegenwärtigen Doppelnummern mit etwas Freizeit, und der Lohn fließt an Sie, werte Leserinnen und Leser, zurück, ich erzähle Ihnen von Besuchen im Museum und Ausflügen ins Weinviertel. Genießen Sie den Sommer! Auf seinen nächsten Leitartikel freut sich Ihr

Franz Josef Rupprecht
Chrefredakteur

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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