18. Sonntag im Jahreskreis | 3. August 2025
Meditation
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Morgenstunde
Früh in der Kühle des Morgens liebe ich es, kurz durchzulüften, bevor der Sommer mit seiner Tageshitze mein Zimmer in eine Sauna verwandelt. Die Stille des Morgens, das Zwitschern der Vögel, ein leises Lied im Hintergrund ist, was mich auf den Tag einstimmt. Diesen Tag will ich mit Gott beginnen, in Beziehung zu ihm. Ich will auf das hören, was er mir sagen möchte.
Doch an vielen Tagen gelingt mir das nicht. Ein kurzer Sprung unter die Dusche, das verschlafene Tapsen zum Kühlschrank – was könnte ich mit zur Arbeit nehmen? – dann ein schnelles fetziges Lied und schon bin ich zur Tür hinaus, bevor ich überhaupt die Bibel aufschlagen konnte. Ausreden hingegen finde ich ständig: Keine Zeit, keine Lust, länger schlafen, die Liste ließe sich lange fortführen. Doch gerade in der Bibel legen Bücher wie die Propheten, Psalmen oder auch das Neue Testament sehr viel Wert auf die frühen Morgenstunden. Was will also Gott „in aller Hergottsfrüh“ von mir?
Beziehung pflegen. Selbst als Christin habe ich lange gebraucht, um zu verstehen, dass Gott als transzendentes Wesen an einer echten ehrlichen Beziehung mit mir interessiert ist. Ihn interessieren meine Sorgen, meine Freuden, was mich belastet. Diese Beziehung zu ihm sollte für mich wie die einer normalen Freundschaft oder Partnerschaft sein, mit dem einzigen Unterschied, dass er nicht physisch sichtbar ist. Ehrfurcht gebührt ihm als Schöpfer des gesamten Universums, aber ich muss nicht vor ihm „buckeln“, um ihm zu gefallen. Er liebt mich, so wie ich bin.
Das beste Beispiel dafür ist Abraham. Seine Beziehung zu Gott war so tiefgreifend, dass Gott sich fragte: „Sollte ich Abraham verbergen, was ich tun will?“ (Genesis 18,17) Als er schließlich Abraham offenbarte, dass er Sodom und Gomorra zerstören wollte, hatte Abraham den Mut mit Gott zu verhandeln. Sie redeten es sich aus, wie unter Freunden. Ich bin zwar bei weitem nicht wie Abraham, möchte aber von ihm lernen. Das Lesen in Gottes Wort zeigt mir, wer Gott ist und wie er mich sieht. Nicht als Magd, nein als Freundin. Auch wenn es mir manchmal schwerfällt, es so zu sehen, darf ich ihm glauben. Mit jedem zaghaften Schritt vorwärts, mit jedem Sonnenaufgang neu.
Elena Kranzler
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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